Photos

Posted: 29/01/2012 in Häh?, private sickness

Der Männe hat gerade Photos von mir gemacht. Auf dem Sofa. So, wie ich liege und schlafe. Mit offenem Mund und Arm über den Augen. Wie der Kater, wenn er auf dem Sofa schläft. Von dem hat er übrigens keine Photos gemacht. Nur von mir. Schon wieder.

Ich bin schließlich von seinem unterdrückten Gelächter wach geworden, als er gerade seine Schandtat begutachtete und sich nicht wieder einkriegte. Daraufhin wurde die Prügelstrafe bei uns eingeführt. Nur für ihn. Auch schon wieder.

Nachdem ich ja nun den Rest des Tages mit dicker Lippe verbringen musste und mein Kollege sich dafür gefühlte zehn Mal entschuldigte und jede Stunde sich mitfühlend erkundigte, wie es mir denn ginge, sah ich mich gezwungen, ihm doch irgendwann zu verzeihen.
Das tat ich, indem ich ihm erzählte, es sei ja nun nicht das erste Mal gewesen, dass ich auf der Arbeit von einem Mann eine reingekriegt hätte.

Und das kam so: Vor zehn Jahren habe ich direkt nach meiner Ausbildung bei einer Druckerei angefangen und war einem Abteilungsleiter unterstellt, der bei seinen Kollegen dafür bekannt war, eigene Fehler immer auf seine Untergebenen zu schieben. Vorher tat er immer total nett und freundlich, machte auf gut Freund und tat bei Problemen so, als ob man sich voll auf ihn verlassen könnte, wenn man deswegen beim Chef Ärger bekommen sollte. Er würde einen schon da rausboxen.
Wenn es aber hart auf hart kam und man mit ihm zusammen tatsächlich beim Chef war, um zusammengestaucht zu werden, dann wusste er plötzlich von nichts mehr und ließ einen im Regen stehen.
Wenn man Glück hatte.
Denn wenn nicht, dann log er auch noch eiskalt den Chef in meinem Beisein an, um seine eigene Haut zu retten, und schob seine Verantwortung stumpf auf seine Untergebenen, sprich mich, ab.
Das Ganze hat er genau zwei Mal mit mir gemacht, dann hatte ich die Schnauze voll und habe ihm gesagt, dass er ein verlogener, feiger und absolut unfähiger Abteilungsleiter sei und bei mir nicht mehr ankommen braucht, wenn er was wollte. Daraufhin hat sich unser „freundschaftliches“ Verhältnis stark abgekühlt.

Eines Tages ging ich an den Tisch einer Kollegin, um sie etwas zu fragen. Doch da er dort schon stand und sich mit ihr unterhielt, blieb ich rechts neben und einen Schritt hinter ihm stehen, ohne mich bei ihm bemerkbar zu machen. Meine Kollegin hatte mich hingegen gesehen und nickte mir zu, dass sie gleich für mich da sei. Da er ihre Kopfbewegung gesehen hatte, musste er also wissen, dass jemand hinter ihm steht.
Plötzlich fängt der Arsch an rumzufuchteln, da er irgendeine Anekdote erzählt und reißt seine Arme dabei soweit auseinander, dass sein Handrücken mit Schwung mein Gesicht trifft und mir die Unterlippe von innen gegen die Zähne und damit blutig schlägt. Erschrocken dreht er sich um, sieht mich und wie ich mir vor Schmerzen die Hand vor den Mund halte, sagt nur „Ups“, lacht einmal hämisch auf, dreht sich um und unterhält sich weiter mit meiner Kollegin, die von seinem Verhalten genauso so perplex ist wie ich.

Einige Monate danach habe ich dann gekündigt. Nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen der Geschäftsführung, die ihm in nichts nachstand, nur dass ich von jener nicht körperlich misshandelt wurde.

Dicke Lippe I

Posted: 26/01/2012 in Lohn und Brot
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Ein beliebtes Spiel bei uns in der Firma ist es, mit einem aus selbstklebender Folie hergestellten Tennisball seine Kollegen im Vorbeigehen „abzuwerfen“ – und das mit Schmackes. Vor allem die Männer machen da einen richtigen Sport draus. Bis jetzt hatte ich immer Glück (oder auch – nennen wir es netterweise – den Mädchenbonus) und wurde noch nie als Opfer auserwählt.

Doch nun scheinen mich die Götter vor zwei Tagen verlassen zu haben: Ahnungslos stehe ich an der Sublimationsmaschine und sehe zufällig einen dicken gelben „Ball“ vorbei fliegen und neben mir landen, den ich – warum auch immer – aufhebe und meinem Kollegen mädchenhaft gegen den Rücken werfe. Nachdem diese schändliche Tat vollbracht ist, drehe ich mich erneut um, da ich den durchlaufenden Stoff weiter beobachten muss, und werde prompt von etwas sehr Hartem mit Schmackes genau auf die Lippen getroffen.

Blut spritzt, zwei Hände fliegen hoch, um den Rest des noch intakten Gesichts zu schützen, derbe Flüche werden ausgestoßen. Natürlich kommt das alles von mir.

Mein Kollege, der Täter, ist kreidebleich und fragt mich ehrlich zerknirscht, warum zum Teufel ich mich denn einfach so weg gedreht hätte, ohne auf den Ball zu achten, den er natürlich sofort zurückgeschossen hatte.
Leise nuschelnd und versuchend, die aufgeplatzte Lippe nicht zu sehr zu bewegen, damit nicht noch mehr Blut auf den Boden tropft (immerhin muss ich die Sauerei ja auch wieder aufwischen), erwidere ich: „Weil das 1. keine Kampfansage war, 2. wie ein Mädchen geworfen habe und 3. nicht damit gerechnet habe, gleich k.o. geworfen zu werden. Und seit wann zur Hölle wird hier neuerdings auf den Kopf gezielt?“

Seine Antwort: „Maaaaann! War doch keine Absicht! Aber wir sind doch hier fast alle um die 1,90 und Du bist einfach zu klein. Wärst du 20 Zentimeter größer, hätte ich nur Deine Schulter getroffen.“

OK. Klingt logisch. In Zukunft werde ich also mit High-Heels zur Arbeit erscheinen, um nicht noch eine dicke Lippe zu riskieren. Wer braucht auch schon gesunde Bandscheiben? Werden eh überbewertet.

Ökologisch korrekt

Posted: 24/01/2012 in Kotztüte
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… ist es, als blondierte Schickimicki-Tussi mit seinem teuren Biojoghurt an der Kasse bei Pennüpsilon zu stehen, mich und meine Einkäufe, die aus Helau-Ketchup, Pillig-Pasta und Milko Tendra bestehen, sowas von oben herab anzustarren, dass ich schon anfangen muss, freundlich zu lächeln, um keinen Axtmord zu begehen, und dann sein öko-biologisches Nahrungsmittel in eine hauchdünne Einmalplastiktüte zu stopfen, weil diese die einzige ist, die es kostenlos am Gemüsestand zum Abwiegen gibt.

Das nenne ich echt total konsequent. Respekt.

Aufgrund der gründlich schiefgelaufenen Abtauaktion seines Gefrierschrank-Kombigerätes, bei der es durch den Einsatz eines spitzen Messers zum Totalausfall desselbigen kam, hat mein Bruder mich und Männe gestern Abend zum Grünkohlessen eingeladen. Das Zeuch musste ja nun immerhin schnellstens weg und zu viert hätte die Bruder-Familie es nicht geschafft. Also wurde die alles verschlingende Fressmaschine namens Männe gerufen, damit sie ihre Pflicht erfülle. Was sie auch bravorös tat.

Nachdem die Aufgabe erledigt war, saßen wir, Bruder, Frau und Neffe Nr. 1 am Tisch, tranken Kaffee und gaben uns mehr oder weniger niveauvoller Konversation hin. Neffe Nr. 2 war mit seinen sechs Jahren schon ins Bett gebracht worden, wohingegen NN 1 mit seinen zwölf Jahren noch immer mit Männe über Kampfflugzeuge und Allraketen fachsimpelte.

Gegen 23 Uhr fragte mich meine Schwägerin, ob ich noch Kaffee wolle, den ich allerdings nach meinem bereits schon zweiten Becher freundlich mit den Hinweise ablehnte: „Nein, danke. Wenn ich jetzt noch einen Becher trinke, kann ich nachher nicht mehr einschlafen.“

In diesem Augenblick dreht sich Männe zu mir um, sieht mir tief in die Augen und erwidert mit tiefer Stimme: „Du wirst nachher ganz bestimmt nicht schlafen.“

Bruder und Frau grinsen sich schon amüsiert an. Ich hingegen habe das unbestimmte Gefühl, mir entginge hier gerade etwas sehr Wichtiges, aber ich kam nicht drauf, was es sein könnte.

Ich also (etwas begriffsstutzig): „Hä? Wieso sollte ich nachher nicht schlafen können?“

Er so: „Weil Du nachher nicht schlafen wirst …“

Als mir langsam ein Licht aufgeht, was mir später noch blühen wird und Bruder samt Frau schon fast auf dem Boden liegen vor unterdrückten Gelächter, ob meiner Begriffsstutzigkeit,  kommt  von meinem zwölfjährigen Neffen ganz trocken: „Hahaha, eindeutig zweideutig!“ und blättert seelenruhig weiter im seinem Astronomiebuch, während wir Erwachsenen erst ihn und dann uns kurz verblüfft anschauen und dann endgültig unter den Tisch rutschen.

Model

Posted: 20/01/2012 in Häh?, Kotztüte
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„Sie ist ein Model und sie sieht gut aus.“

Jeder kennt diese Zeile aus dem Lied „Das Model“ von Kraftwerk oder auch wahlweise aus der Coverversion von Rammstein.

Nun, ich muss zugeben – ich bin weder ein Model, noch sehe ich gut aus.
Dessen werde ich mir jeden Morgen auf’s Neue bewusst, wenn ich medusalike direkt nach dem Aufstehen in den Spiegel schaue.
Aber: Alles kein Problem, man gewöhnt sich ja an alles. Solange man nicht echt abgrundtief und möderhammermäßig hässlich ist und – auch das gebe ich zu – das  bin ich ebenfalls nicht. (Normalerweise rennen keine kleinen Kinder panisch kreischend vor mir weg und rufen lauthals nach ihrer Mami. Jedenfalls nicht aus diesem speziellen Grund.) OK, manchmal nerven die Monde und Asteroiden schon etwas, die sich in mein Gravitationsfeld verirren, aber die lassen sich in der Regel mit einem einfachen Handwedeln verscheuchen.
(Männe meint freundlicherweise, nähme ich 40, 50 kg ab, liefen mir die Männer wahrscheinlich, na ja, nicht gerade in Scharen, aber dennoch hinterher. Gut, dass ich eine Diät-Phobikerin bin. Hätte ja so gar keine Lust mir ständig irgendwelche sabbernden Kerle vom Hals zu halten.)

Worauf ich eigentlich hinaus will: Obwohl mir gewisse attraktive Formen fehlen, beziehungsweise jene von einer sehr großzügigen und effezienten Wärmedämmung (in Fachkreisen auch „Fett“ genannt) überzogen sind, habe ich dennoch Augen im Kopf und ein gewisses ästhetisches Empfinden, was das Aussehen anderer Frauen betrifft (und das von Männern erst Recht, aber das ist ein anderes Thema …). Allerdings halte ich mich mit abschätzigen Aussagen in der Öffentlichkeit darüber wirklich sehr zurück, da ich mir meines eigenen zweifelhaften Äußeren bewusst bin (s.o.).

Dementsprechend blieb mir echt die Spucke weg, als mein Meister es vor zwei Tagen wagte mir zu sagen – nachdem ich ein Aktfoto einer sehr faltigen und hängebusigen Ü50-erin nur als „nicht wirklich ansprechend“ betitelte –, dass gerade ich (*ein abschätziger Blick von oben bis unten*) kein Recht habe, das Aussehen von anderen Frauen zu beurteilen.

*Dingdingding* Und damit wir haben einen neuen Gewinner des Titels „Arsch der Woche“!

Ich muss jetzt langsam mal ernsthaft darüber nachdenken, eine eigene Kategorie für diese gedankenlosen Unverschämtheiten, welchen ich  bei meiner Arbeit ausgesetzt bin, einzurichten.

Muse

Posted: 14/01/2012 in private sickness
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Da war heute doch tatsächlich die blöde Schlampe plötzlich wieder da und hat mich – nur mit einem winzigen Kuss – dazu gebracht, statt den wöchentlichen Hausputz zu erledigen eine weitere Fanfiction für Naruto zu schreiben. Sechs unglaublich tolle Stunden lang.

So eine abgefuckte Bitch!

Mit fieser Migräne aufwachen, mir beim Einsteigen ins Auto mit Karacho den Schädel anschlagen, beim Wärmflasche füllen kochendes Wasser über die Hand gießen, direkt auf das Brötchen nasenbluten. Und das alles vor 12 Uhr mittags.

Hat jemand mehr zu bieten? Irgendjemand?

Safety first

Posted: 07/01/2012 in Häh?, private sickness
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Männe und ich auf dem Nachhauseweg von einer Party bei Freunden. Es regnet und ich muss fahren, da mein persönlicher Sebastian Vettel vor zwei Tagen seine Pappe für vier Wochen abgeben musste. Schon wieder.

Das letzte Thema vor unserem Abschied war, auch schon wieder, die Scheidung zweier Freunde, deren Ehepartner miteinander Bettsport betrieben hatten, was zur entsprechenden Reaktion, sprich der Scheidung, führte.
Die Fahrt verläuft schweigend, weil ich so gut wie nachtblind bin und mich gut extrem konzentrieren muss, um zwischen den herunter gefallenen Ästen und den Wildtieren in der Größe von Hirschen (es waren glaube ich sogar welche dabei) Slalom zu fahren. Nachdem uns ein Auto mit Fernlicht entgegen gekommen war, zischel ich mehr zu mir selbst: „Ich kann nix mehr sehen.“ Ein Stoßgebet zu einer sich dafür verantwortlich fühlenden Gottheit soll mir innere Kraft geben, das Gefährt heile nach Hause zu lenken.
Was die völlig logische Antwort Vett- … äh … Männes zur Folge hat: „Ich bin hier in unserem Umkreis völlig ungefährdet.“
WTF? Fahre ich neuerdings so gut? Die über meinem Kopf aufsteigende Wolke tanzender Fragezeichen und ein nur etwas verwirrtes „Häh?“ motivieren ihn zu einer etwas ausholenderen Antwort: „Ich meine, dass ich hier im Bekanntenkreis absolut keine Frau auch nur annähernd so attraktiv finden würde, um mit Ihr ein Verhältnis anzufangen. Du brauchst also keine Angst haben, dass ich Dich mit Deinen Freundinnen betrügen könnte.“

Tatsächlich? Na, dann bin ich ja beruhigt.

Schließt natürlich die zwei Millionen anderer attraktiver Frauen in Deutschland nicht gerade aus. Und da heißt es, Frauen dächten zu viel.

… ist, von einem feuchten Gefühl auf der Wange wach zu werden und festzustellen, dass es weder von Sabber noch Tränen, sondern vom plötzlichen Nasenbluten stammt, dass man natürlich gleich mit der ganzen Handfläche einmal quer durch das Gesicht und auf das frische weiße Bettlaken gewischt hat.

Super.