Sleeping Devil

 

Die getreue Leserschaft hat es mithin bereits bemerken können: Hier sammelt sich Staub an. Nicht, weil ich nicht regelmäßig reingucken wischen täte, sondern, weil es derzeit kaum Böses im meinem Leben gibt.

Unglaublich. Aber wahr!

Die Therapie schlägt tatsächlich voll an, denn meine Dämonen sind derzeit in Ketten gelegt und im tiefsten Kerker dreifach verbarrikadiert. Sobald ich sie rumoren höre, gehe ich sofort mit Taschenlampe und Keule bewaffnet nach unten, dresche jedem von ihnen ein paar Mal freundschaftlich gegen die Rübe erinnere sie höflich daran, dass wir eine Wohngemeinschaft fürs Leben sind und diskutiere das Problem zufriedenstellend aus. Zur Not drohe ich mit Internet- und Fernsehverbot.
Schon is Schluss mit dem Geheule.

Dieser Zustand wird sich wohl in den nächsten Jahren immer mal wieder etwas verschlechtern – je nach sich änderndem Lebensumstand – aber derzeit genieße ich tiefe Zufriedenheit und regelmäßiges Glücklichsein. Habe ich nämlich in meinem Leben noch nie länger als drei Tage gekannt. Ist schon schon spannend, wie gut man sich fühlt, wenn man vier Monate am Stück zufrieden mit seinem Leben ist.
(Natürlich ist das Ganze vor allem meinem neuen Arbeitsumfeld geschuldet, in dem ich derzeit total aufgehe, ohne draufzugehen. Kann sich alles wieder ändern – ich weiß, aber: Is mir grade egal!)

Wer hier also nach der tiefschürfenden Weisheit des Lebens sucht, wird in den nächsten Monaten wenig bzw. nur angetrocknetes aus den letzten Jahren finden. Ich staye zwar tuned, besuche regelmäßig meine Blogroll und kommentiere auch ab und an, aber solange sich nichts superduper Aufregendes in meinem Leben tut, werde ich diesen Ort zum Auskotzen des Bösen erst mal nicht mehr nutzen.

Sollte ich dennoch Volldeppen treffen, sehen oder hören, sei es privat oder beruflich, werde ich natürlich darüber berichten.

Ich wünsche denen, die sich erst auf dem Weg zur Zufriedenheit befinden und ihre Dämonen noch als Feinde betrachten, viel Glück selbiges irgendwann auch dauerhaft zu finden und ihren Frieden mit den Keller-Bewohnern zu machen.

Bis demnächst in diesem Theater!

 

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Schräg

Freitagmittag.

AnGarasu sitzt an ihrem Arbeitsplatz und macht ihren Job. Die Kollegin ist im Urlaub, aber der Kollege ist da und lässt gefällige Musik laufen.

Aufgrund des gleichen Geschmackes kommt es immer wieder zu gemeinsamen Mitsummen. Als AnGarasu sich unbedachterweise zu enthusiastischem Mitpfeifen hinreißen lässt, bricht der Kollege augenblicklich über dem Schreibtisch zusammen. Vor lauter Grölen.

„Geil!“ jappst er atemlos. „Das ist echt zu geil. Du pfeifst ja total schräg! Aber so richtig schräg! Du kannst ja überhaupt keinen Ton halten.“ Er fällt vor Lachen fast vom Stuhl.

AnGarasu grinst breit. „Na und? Ist mir doch egal! Da stehe ich total zu.“

„Finde ich gut, dass du dazu stehst. Ist ja auch nichts, wofür man sich schämen muss. Ist aber echt lustig, dir dabei zuzuhören.“

„Tja, da musst du jetzt durch. Darfst halt keine guten Lieder laufen lassen. Und sei froh, dass ich nicht anfange mitzusingen. Das kann ich nämlich erst recht nicht!“

 


Tears of ice and fire

Achtung: GoT-Staffel-7-Spoiler!

 

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich wie eine Fontaine losheule, wenn weiterlesen


Rädern

„Kann ich dich allein lassen mit deinem Rücken?“

„Klar, wird schon gehen. Bist ja nicht Ewigkeiten weg.“

„Nicht, dass du währenddessen unter die Räder kommst.“

„Häh? Welche Räder? Hier im Wohnzimmer sind keine Räder.“

„Na, deine Räder! Ich kenn dich doch! Du stolperst in deiner Tollpatschigkeit nachher noch über deine eigenen Füße und fällst prompt mitten in den Glastisch. Und ich darf das dann der Polizei erklären. Glaubt mir doch kein Mensch, dass du von selbst da rein gefallen bist.“

„Und vergiss nicht das ganze Blut! So eine Schnittverletzung an der Halsschlagader, da spritzt das Blut ganz gut durch die Gegend. Manchmal bis an die Decke.“

„Ooooor! Dann müsste ich ja auch noch stundenlang putzen! Nee, nee, nee. Schnall dich lieber am Sofa fest, damit du bloß nicht abkratzt, während ich Bock fahre. Das wär mir echt zuviel Arbeit, deine Leiche zu entsorgen.“

„Mach ich. Viel Spaß beim Bockfahren!“

„Danke!“

„Und vergiss nicht, genügend Lappen mitzubringen!“

„Oooooorrr!“


Solidarisch Rücken

Long time not see.

Da liegt daran, dass mein neuer Job so gut ist, dass ich derzeit eigentlich gar nicht Böses zu verbloggen habe. Heute ist der erste Tag meines ersten Urlaubes und ich vermisse die Leute auf Arbeit! Hatte ich in 17 Jahren Berufstätigkeit noch nie! NIE!!! Die sind alle so nett und die Arbeit macht so einen Spaß, ich werde gewertschätz und beinahe jeden Tag für mein Engegemant und Können gelobt. Ich fühle mich wie im Traum!

Um so merkwürdiger ist es, dass ich scheinbar aus reiner Solidarität mit der Stadtkatze seit Donnerstagmorgen auch Rücken habe. Es begann mit einem leichten Muskelziehen, das sich am Freitagabend zu einem veritablem Schmerz ausgearbeitet hatte. Es ist zwar kein Hexenschuss, aber immerhin eine böse Muskelverkrampfung, die mich am WE ganz schon ausgebremst hat. Der WE-Putz am Samstag hat mir dann den Rest gegeben und die Wärmflasche war bis gestern Abend meine beste Freundin (Sorry, Stadkatze.). Wobei ich eigentlich nicht Mimimi singen dürfte, denn immerhin hat die Stadtkatze viel mehr mit ihrem Rücken vor Kurzem zu ertragen gehabt als ich derzeit. Nämlich echten Hexenschuss und eine neue-Hausarzt-finde-Odysse hinter sich, dass selbst Odysseus auf der Treppe sitzend geheult hätte, wenn er ebenso unverschämt von einer Sprechstundenhilfe bei akuten Schmerzen abgewiesen worden wäre, wie es meiner BF passiert ist.

Als sie mir das erzählte, wäre ich am Liebsten zu der Praix gefahren und hätte die Qualle quer über den Tisch gezogen und ein paar Mal auf den Boden gedribbelt! Dass es sowas in Deutschlang überhaupt gibt! Unfassbar!

Aber ich will der Stadtkatze nicht vorgreifen, deswegen hier nur mein tiefstest Mitgefühl (im wahrsten Sinne des Wortes) für ihre Situation.


Monday – faulty connection …

 

hEF078D9C

via: brainstain101


Samstags-Dialog

 

„Hey, Männe! Ich hab gestern geträumt, dass du mir einen Heiratsantrag gemacht hast.“

„Watt? Und habe ich den etwa … ernst gemeint?“

„Leider ja.“

„Ich hoffe sehr, du hast mir sofort ordentlich einen mit der Plattschaufel übergezogen?! So richtig kräftig, meine ich!“

„Sach mal, was denkst du denn? Natürlich habe ich das!!! Und da ich gerade das richtige Werkzeug zur Hand hatte, habe ich deine Leiche auch gleich noch im Blumenbeet verscharrt.“

„Das ist ist mein Mädchen!“

„Mir war sofort klar, dass das nur ein außeridischer Parasit gewesen sein konnte, der deine Haut angzogen hatte. Aber auf diese Weise legt mich niemand rein! So nicht, Alter, so nicht!“

„Ich bin ja so stolz auf dich!“