Extreme biking

 

Nach 8 Jahren das erste Mal wieder spontan echt auf dem Fahrrad gesessen (vor 18 Monaten übrigens ein neues gekauft, aber die 3 Minuten Probefahrt gelten nicht und seitdem ist es eingestaubt …)

Es lief so ab:

In den Schuppen gehen und Bike genauer ansehen.

Ins Haus gehen und 10 Minuten den Schlüssel für das Speichenschloss suchen.

Handfeger mitnehmen und Serviertellergroße Spinnennester und -weben entfernen.

Beide Reifen 10 Minuten lang mit der Minipumpe aufpumpen.

Probesitzen, absteigen, pumpen-pumpen-pumpen.

Ausgiebig fluchen, Schweiß abwischen.

Aufsteigen, losrollen und sich durch die Gänge klicken, während man versucht, nicht umzukippen.

Hechelnd den Berg die Anhöhe  die seeehr leichte und nur 60 Meter lange Steigung hochkeuchen.

Oben angekommen, absteigen, die Zunge aus der Kette befreien und einen peinlichen Zeugen verschwinden anderen Fahrradfahrer ignorieren vorbei fahren lassen, bevor man wieder in den Sattel steigt.

200 Meter die Straße entlang fahren, dabei bergab laut Huiiiiiiii! rufen.

Dann anhalten, wenden und wieder nach Hause fahren.

Anschließend nass geschwitzt 10 Minuten aufs Sofa legen und ausgiebig duschen.

Sich super fühlen.

 

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Da, wo alles herkommt.

 

Es ist Mittwochabend und AnGarasu hat keine Lust etwas zu kochen. Also wird mal wieder beim örtlichen Lieferhelden bestellt. Dort ruft sie mindestens einmal in der Woche an und ist deswegen schon mindestens Platin-Stammkundin (Männe natürlich auch, aber der ruft ja generell nicht bei Restaurants an. Dafür hat er ja seine Alte.)

Aus generellem Interesse will sie dieses Mal wissen, woher der Lieherld denn wohl sein Geflügelfleisch bezieht. Sollte es nämlich vom WKriesenhof sein, käme ihr nix davon je in die Hütte. (Aus Gründen, die man u.a. bei Youtube sehen kann. Achtung, ist wirklich albtraumverursachend.)

Die junge Frau am Telefon ist bei dieser Frage sehr zuvorkommend und fragt drei Kollegen danach, die das leider auch nicht wissen, geht in die Küche, um die Herstellerverpackung zu suchen, findet sie aber nicht und geht sogar raus zu den Mülltonnen und wühlt darin. Aber leider ergebnislos, sie kann nicht sagen, woher das Fleisch kommt. Aber sie wird den Chef nachher fragen und dann dem Lieferhelden sagen, dass er das Ergebnis mitteilen soll. Alles klar.

Kurze Zeit später.
Einer der üblichen Lieferhelden (unter 20, dynamisch-fresh und mit viel Haargel gestylt) steht freudestrahlend vor der Tür und begehrt höflich, seine Ware los zu werden. Nachdem das Geld inlusive recht viel Trinkgeld den Besitzer gewechselt hat, fragt AnGarasu nach dem Fleisch.

AnGarasu: „Und? Hat Cheffe dir gesagt, wo das Geflügelfleisch herkommt?“

Der Held: „Nö? Der war noch gar nicht im Laden heute. Wieso?“

AnGarasu: „Weil wir das gerne wissen möchten und deine Kollegin nachfragen wollte, damit du uns das sagen kannst.“

Der Held: „Nee, weiß ich nich.“ Er zuckt bedauernd mit den Achseln. Dann leuchtet plötzlich eine Glühbirne über seinem Kopf auf. „Aber ich denke mal, dass das von da kommt, wo alles herkommt!“

Männe und AnGarasu halten vor Spannung den Atem an. Hoffentlich nicht Kriesenhof …

AnGarasu: „Und von wo wäre das?“

Der Lieferheld strahlt uns an und verkündet inbrünstig und völlig von sich überzeugt: „Na, aus dem Laden, natürlich! Woher sollte das sonst kommen?“

Nach zwei Sekunden des fassungslosen Schweigens kann AnGarasu wieder brüllen mit Sarkasmus um sich schmeißen sprechen.

„Na, vielleicht auch noch direkt vom Huhn oder der Pute, wenn man Glück hat. Haste in Biologie nicht aufgepasst, oder was? Fleisch wächst nicht in der Kühltheke!

 

Die Jugend von heute: der Anfang vom Ende. *wildesKrückstockgefuchtel*

 

Männe konnte AnGarasu übringens nur knapp davon abhalten, dem Typen hinterher zu laufen und das Trinkgeld zurück zu verlangen.

 

 


Wenn deine Mudda Pizza bestellt …

… dann kommt zwar nicht der pornös-geile Lieferheld aus der Werbung, aber dafür mache ich als „Deine Mutter“-Verschnitt die Tür auf.

Mein Pizzalieferant hatte gestern jedenfalls Pipi inne Augen, weil ich ihm freudestrahlend zusäuselte, dass er ja schon beinahe zur Familie gehört, so oft wie er uns beliefert.

Fand er jetzt nicht ganz so gut.

Und ist schnurstracks durch der Tür geflohen.

Ich versteh gar nicht, wieso … Männe hat jedenfalls herzlich gelacht.

*chrchrchr*


Respawned to be released

Goodbye 2017, my friend – hello 2018, my love!

In meinem (fast ganzen bisherigen) Leben ist es das allererste Mal, dass ich ein Jahr voller Wehmut verabschiedet und das neue voller Freude willkommen geheißen habe.
Bis jetzt hatte jedes vergangene Jahr zwischen 1988 und 2016 immer so viel Scheiße im Gepäck, dass ich vor Erleichterung Konfetti hätte werfen können, dass es endlich übern Jordan gegangen ist. Leider wusste ich im selben Atemzug des leise, aber aus tiefsten Herzen geflüsterten „Gott sei dank!“, dass das neue mit noch größerer Scheiße bereits vor der Tür steht und sich höhnisch grinsend die Hände reibt.

Überraschenderweise tat das 2017 aber nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Bei den meisten anderen habe ich ja schon im Januar gelesen, dass es da schon gehasst und am liebsten gevierteilt werden sollte, aber für mich war es trotz der ersten drei Monate, in denen es noch sehr ruhig mit Selbstzweifeln, Psychotherapie und dem Fresthängen im alten Job vor sich hindümpelte, das beste meines Lebens. Und das ist es auch geblieben!

Ende April die Zusage für einen neuen Job, der immer noch total toll ist (vor allem wegen der Leute da), das Sprengen der Ketten zur alten Firma und die Stunden bei meiner Psychotante, die mir unglaublich geholfen haben, mich und mein Selbstbild das erste Mal in meinem Leben in Einklang zu bringen.

Mit diesem Gefühl der Zufriedenheit blicke ich heute auf 2017 wie auf einen alten Freund zurück, der mir über eine sehr schwere Zeit hinweggeholfen und mir beim Abschied gleichzeitig einen neuen Freund, nämlich 2018, vorgestellt hat.

Jetzt ist es Anfang 2018 … na schön, es ist schon fast Mitte Februar, also nicht mehr ganz am Anfang, aber dennoch ziemlich weit vorne … und es geht mir immer noch gut. GUT!
Einige emotionale und stressige Herausforderung habe ich nun bereits sowohl privat als auch jobmäßig hinter mir und ich habe sie gut auf die Reihe gekriegt. Natürlich auch mit der Hilfe meiner Psychotante, die aber nur noch begleitend beistehend musste, ohne mich vom Boden auflesen zu müssen. Ich bin zwar gestolpert, aber nicht gefallen und die Krone ist auch jedes Mal in ihrer Position geblieben.

Deswegen habe ich mich nach mehrmaliger Rücksprache mit ihr und nach 23 Monaten psychotherapeutischer Behandlung mit dem sehr guten Gefühl dazu dazu entschieden, dass ich ab jetzt und hier alleine weiter gehen kann. Wir haben uns wie alte Freunde von einander veranschiedet uns alles Gute gewünscht.

SO! Und jetzt bin ich hier. Zurück aus der Hölle. Voller Tatendrang und Energie.  Auf die Allgemeinheit losgelassen und bereit für jede Art von Schabernack.

Rennt um euer Leben …


Sleeping Devil

 

Die getreue Leserschaft hat es mithin bereits bemerken können: Hier sammelt sich Staub an. Nicht, weil ich nicht regelmäßig reingucken wischen täte, sondern, weil es derzeit kaum Böses im meinem Leben gibt.

Unglaublich. Aber wahr!

Die Therapie schlägt tatsächlich voll an, denn meine Dämonen sind derzeit in Ketten gelegt und im tiefsten Kerker dreifach verbarrikadiert. Sobald ich sie rumoren höre, gehe ich sofort mit Taschenlampe und Keule bewaffnet nach unten, dresche jedem von ihnen ein paar Mal freundschaftlich gegen die Rübe erinnere sie höflich daran, dass wir eine Wohngemeinschaft fürs Leben sind und diskutiere das Problem zufriedenstellend aus. Zur Not drohe ich mit Internet- und Fernsehverbot.
Schon is Schluss mit dem Geheule.

Dieser Zustand wird sich wohl in den nächsten Jahren immer mal wieder etwas verschlechtern – je nach sich änderndem Lebensumstand – aber derzeit genieße ich tiefe Zufriedenheit und regelmäßiges Glücklichsein. Habe ich nämlich in meinem Leben noch nie länger als drei Tage gekannt. Ist schon schon spannend, wie gut man sich fühlt, wenn man vier Monate am Stück zufrieden mit seinem Leben ist.
(Natürlich ist das Ganze vor allem meinem neuen Arbeitsumfeld geschuldet, in dem ich derzeit total aufgehe, ohne draufzugehen. Kann sich alles wieder ändern – ich weiß, aber: Is mir grade egal!)

Wer hier also nach der tiefschürfenden Weisheit des Lebens sucht, wird in den nächsten Monaten wenig bzw. nur angetrocknetes aus den letzten Jahren finden. Ich staye zwar tuned, besuche regelmäßig meine Blogroll und kommentiere auch ab und an, aber solange sich nichts superduper Aufregendes in meinem Leben tut, werde ich diesen Ort zum Auskotzen des Bösen erst mal nicht mehr nutzen.

Sollte ich dennoch Volldeppen treffen, sehen oder hören, sei es privat oder beruflich, werde ich natürlich darüber berichten.

Ich wünsche denen, die sich erst auf dem Weg zur Zufriedenheit befinden und ihre Dämonen noch als Feinde betrachten, viel Glück selbiges irgendwann auch dauerhaft zu finden und ihren Frieden mit den Keller-Bewohnern zu machen.

Bis demnächst in diesem Theater!

 


Schräg

Freitagmittag.

AnGarasu sitzt an ihrem Arbeitsplatz und macht ihren Job. Die Kollegin ist im Urlaub, aber der Kollege ist da und lässt gefällige Musik laufen.

Aufgrund des gleichen Geschmackes kommt es immer wieder zu gemeinsamen Mitsummen. Als AnGarasu sich unbedachterweise zu enthusiastischem Mitpfeifen hinreißen lässt, bricht der Kollege augenblicklich über dem Schreibtisch zusammen. Vor lauter Grölen.

„Geil!“ jappst er atemlos. „Das ist echt zu geil. Du pfeifst ja total schräg! Aber so richtig schräg! Du kannst ja überhaupt keinen Ton halten.“ Er fällt vor Lachen fast vom Stuhl.

AnGarasu grinst breit. „Na und? Ist mir doch egal! Da stehe ich total zu.“

„Finde ich gut, dass du dazu stehst. Ist ja auch nichts, wofür man sich schämen muss. Ist aber echt lustig, dir dabei zuzuhören.“

„Tja, da musst du jetzt durch. Darfst halt keine guten Lieder laufen lassen. Und sei froh, dass ich nicht anfange mitzusingen. Das kann ich nämlich erst recht nicht!“

 


Tears of ice and fire

Achtung: GoT-Staffel-7-Spoiler!

 

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich wie eine Fontaine losheule, wenn weiterlesen