Ein Weihnachtsgeschenk?

Winter 2009: Anfang Dezember habe ich mich auf eine 400-Euro-Stelle als  Mediengestalterin beworben. Überraschenderweise bekam ich eine Woche später einen Telefonanruf, bei dem ich zu einem Vorstellungsgespräch drei Tage später in eine Café-Bar eingeladen wurde. Am Abend des Telefonanrufes bekam ich noch eine Mail der Firma, in der ich gebeten wurde, vorab schon mal eine Probearbeit abzuliefern. Die Daten hingen dran, die anderen Kandidaten hatten die gleiche Aufgabe. Am nächsten Tag sollte ich das fertige Seitenlayout für eine Autozeitung per Mail an die Firma schicken.

Nun ist mein Männe ein Autofreak und hat auch die entsprechenden Zeitschriften abonniert. Also flugs die aktuellen Ausgaben rausgesucht, durchgeblättert, analysiert und ein neues Layout entworfen. Knapp vier Stunden und drei Entwürfe später habe ich mich mit mir auf den letzten Entwurf geeinigt. Den dann gleich druck- und vorlagenfähig gestaltet und per Mail verschickt. Die nächsten Tage bin ich fingernagelkauend durch die Wohnung geschlichen und habe auf den Stichtag gewartet.

Beim Vorstellungsgespräch mit der Firma – sie besteht aus einer Person – wurde ich sehr überrascht, und das aus mehreren Gründen: Es soll eine kostenlose Autozeitschrift in drei Landkreisen herausgegeben werden, die sich allein durch die Anzeigen finanzieren soll. Die Herausgeberin/Firma startet das erste Mal so ein Projekt. Dem entsprechend unerfahren ist die Dame. Sie braucht fähige Grafiker, die die gesamte Druckplanung, Gestaltung, Organisation und Koordination mit den zuarbeitenden Grafikern – die tatsächlich eine 400-Euro-Stelle haben – übernehmen. Und plötzlich wurde aus meinem 400-Euro-Job eine Vollzeitstelle mit 40 Stunden vom Home-Office aus. Überraschung!

Das Gespräch dauerte fast zwei Stunden und nach der ersten halben Stunde kamen die Worte „Ihr Entwurf hat mir am Besten gefallen und Sie haben Ahnung von der Druckmaterie. Bei Ihnen habe ich ein sehr gutes Gefühl, Sie haben den Job!“ und ich wurde ganz plötzlich und völlig unerwartet eine der drei „Obergrafiker“ des Verlages. Es kommt mir wie ein Weihnachtsgeschenk vor. Hoffentlich muss ich es nicht umtauschen. Nach Weihnachten werden die Modalitäten geklärt. Aber erst wenn das erste Gehalt eingeht, werde ich glauben können, dass ich wieder zur arbeitenden Bevölkerung gehöre. Bis dahin werde ich ungläubig meinen Kopf schütteln und erst mal Weihnachten feiern.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

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