Glücksschwein

Winter 2010: Vorgestern habe ich mich für einen Büro-Hiwijob beworben und am gleichen Abend die Zusage erhalten. Gestern sollte ich nachmittags gleich eingearbeitet werden. Am Morgen wachte ich mit leichten Husten und allgemeiner Schlappheit auf. Aber ich habe die Zähne zusammengebissen und bin zur Arbeit gefahren. Nach 1 1/2 Stunden gings dann richtig los: Schwindel, Schüttelfrost, Sehschwierigkeiten. Mitten in der Erklärung über die Funktion der Plotter und Drucker wird mir so heftig übel, dass ich zur Toilette stürzen muss. Himmel sei dank, ich stand direkt vor der Toilettentür. Nach dem sehr heftigen Brechanfall komme ich kaum noch auf die Beine. Kreidebleich sieht mich mich mein Konterfei im Spiegel an. Irgendwo in meinem benebelten Hirn formen sich die Worte: „Oh Gott, wie peinlich! Und das am ersten Arbeitstag. Die lachen sich doch kaputt.“

Ich schwanke aus der Toilette, erkläre, dass mich wohl die Grippe erwischt hat und ich den Tag leider abbrechen muss. Mein Kollege ist sehr verständnisvoll und entschuldigt mich. Mein Männe muss mich abholen, da er mein Auto hat. Auf dem Rückweg kann ich vor Zähneklappern und Zittern kaum noch sprechen. Kaum Zuhause, bete ich schon wieder minutenlang die Kloschüssel an.

Der restliche Abend und die Nacht verbringe ich in einem erbarmungswürdigen Zustand. Das Ibuprofen senkt zwar das Fieber (über 39 ° innerhalb von drei Stunden), kann die Schmerzen aber kaum vertreiben. Die Nacht wälze ich mich nur hin und her, da jede Lage nach einigen Minuten nicht mehr auszuhalten ist. Die Anbetung der Kloschüssel wiederholt sich noch einige Male, obwohl ich MCP genommen habe.

Um 6 Uhr schleiche ich zum Sofa und lasse mich vom Fernseher berieseln. Nach der dritten Ladung Ibuprofen döse ich schließlich bei Desperate Housewifes ein. Um 7 Uhr werde ich von meinem Männe geweckt, der von der Nachtschicht kommt. Ich schlafe sofort wieder ein.

Jetzt bin ich wach und kann wieder aus meinen Augen gucken und aufrecht stehen. Das Fieber pendelt sich bei knapp über 38 ° ein, die Schmerzen sind auszuhalten. Die letzte echte Grippe ist vier Jahre her, aber ich glaube, so schlecht wie jetzt ging es mir dabei nicht. Ich hätte echt nicht gedacht, dass mich die Schweinegrippe doch erwischt. Aber auch jetzt hätte ich mich nicht dagegen impfen lassen. Grippe ist immer scheiße, egal ob normale, spanische, Schweine- oder jetzt sogar Ziegengrippe. Ich werde es wohl überleben. Was mich nicht umbringt macht mich stark. Schlimm ist nur, dass ich auf der Arbeit am ersten Tag kotzen musste. Peinlich, peinlich.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

One response to “Glücksschwein

  • stadtkatze

    Oje! Was für ein Pech, dass das ausgerechnet beim Probearbeiten passiert ist, wenn es überhaupt sein musste… Was für Spätfolgen so ein SchwieMo-Besuch zeitigen kann, echt erstaunlich 😈

    Pflegt Männe Dich wenigstens etwas?
    Gute Besserung wünsche ich Dir!

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