vom Verfransen und gelben Plaketten

Sommer 2010: Mein Auto, Pepe, hat nur eine gelbe Plakette bekommen, weil die Typschlüsselnummer zu alt ist. Die Werte der Abgase liegen allerdings unter den Anforderungen, sind also besser. Aber das interessiert niemanden, der wichtig ist.

Was tue ich in so einer Situation? Richtig, ich stelle einen Antrag für eine Ausnahmegenehmigung und lasse es bis dahin darauf ankommen. Also fahre ich munter durch die Umweltzone in Hannover und warte darauf, erwischt zu werden. Ganz schön aufregend dieses Gefühl etwas Verbotenes so offensichtlich zu tun! *uuuuiiii* Ich kann nachts kaum einschlafen, so sehr freue ich mich auf den nächsten Tag.

Nun zum zweiten Teil der Geschichte: Es ist ja bekannt, dass ich mich immer verfranse. Heute war der erste Tag, an dem ich mich mal nicht auf dem Hinweg im Irgendwo wiederfand. Dafür auf dem Rückweg, weil ich so richtig schlechte Laune hatte. Ich biege also falsch ab und merke es nach ein paar hundert Metern. Die nächste Straße zum Wenden führt prompt an der Polizeizentrale vorbei. So auf Krawall gebürstet wie ich war, denke ich also: „Jaaa, bitte, bitte, schnappt mich! Ich muss töten!“, als auch schon ein Polizeiauto hinter mir aus der Einfahrt fährt und an der Ampel hinter mir stehen bleibt. Ich sehe im Spiegel wie der Polizist auf meine Plakette deutet und erwarte freudig glucksend das Unvermeidliche. Doch nichts passiiiieeert. Die Ampel schaltet auf grün und wir fahren weiter.
An der nächsten Kreuzung biegt noch ein P-auto ein. Jaaa, jetzt aber! Ich ziehe schon mein Portmonnaie aus der Tasche. Der Polizist sieht meine Plakette und und fährt an mir vorbei. Häääh?
An der nächsten Kreuzung ordnet sich das hintere P-Auto links neben mir ein. Ahhh, die nächste Chance geschnappt zu werden. Ich grinse den Polizisten wie eine Irre an und sehe unauffällig in meinem Portmonnaie nach, ob ich Geld mit habe. Es wird grün und nichts passiert. Menno!
Doch: neue Ampel, neues Glück. Von links nähert sich noch ein P-auto. Ich will die Aufmerksamkeit auf mich lenken und wedele mit den Armen in Richtung meiner gefährlich gelben Plakette, doch auch dieser Bulle ist völlig desinteressiert.

AAAARRRGGGHHH! Muss ich denn tatsächlich auf offener Straße einen Mord begehen, um wegen meiner Plakette endlich angehalten zu werden? Pffft.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

4 responses to “vom Verfransen und gelben Plaketten

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