Renovierungsgottheit

Wie immer bei einer Renovierung im Hause Wahnsinn, werden Opfergaben fällig. Mal mehr, mal weniger. Hängt ganz vom Zustand meiner Motorik ab.
Da wir die Küche komplett neu (nach knapp zehn Jahren auch mal wieder die Decke – Bäh!) und im Flur auch gleich gefakte Stuckleisten über die letztes Jahr schon erneuerten Wände gestrichen haben, blieben entsprechende Unfälle Vorfälle natürlich nicht aus.

Schon beim Ausräumen der Kücheneinrichtung musste mein linker Ellbogen dran glauben, als ich mit Schmackes an der scharfen Holzkante des bereits ausgelagerten Memobords entlang ratschte und mir neben einem blauen Fleck auch gleich eine schön lange Schürfwunde zuzog.
Das hob meine Laune natürlich ungemein.

Am nächsten Tag klatschten wir also Farbe an Decke und Wände.
– Hier muss ich einen kleinen Einschub machen: Wir entdeckten dabei ein seltsamen Phänomen bei unsere extra vom Profi angemischten Farbe. Sie sollte ein warmer Capucchinoton sein, so wie im Schlafzimmer. Hatte mir extra Farbkärtchen vom Malerladen besorgt, um den richten Ton auszupendeln rauszufinden und danach anmischen zu lassen. Wenn man jetzt vor der Küchenwand steht, changiert der untere Teil in einem Taubenblau und der obere in dem gewünschten Crémeton. Hängt dabei auch noch vom Tageslicht bzw. der Lampe ab, wie extrem der Unterschied ist.
Wir hatten immer gedacht, nur Autos hätten diesen Effekt der changierenden Farbe. Das er auch bei Innenfarbe möglich ist, war uns dann doch neu. –
Da wir die Hängelampe demontiert hatten und es langsam dämmerig würde, mussten wir die Stehlampe mit dem Glasschirm aus dem Wohnzimmer holen, um möglichst gutes und helles Licht zu haben. Als ich diese Lampe nun etwas näher an die Leiter rückte, auf der Männe gerade stand, um Platz zum Streichen zu haben, musste er natürlich genau in diesem Augenblick herunter steigen. Und da er hinten keine Augen hat und ich ihn natürlich nicht vorgewarnt habe, kam es, wie es kommen musste: Es machte Peng, Knall, Klirr und der Lampenschirm war um eine Glasecke ärmer und die frisch gestrichene Wand um eine Macke reicher.

Da wir aber schon seit Jahren daran gewöhnt sind, der Renovierungsgottheit regelmäßig Opfergaben dar zu bringen, nahmen wir es mit stoischer Gelassenheit (diese Mal wirklich). Ich sammelte die Bruchstücke auf, Männe klebte sie fachmännisch wieder zusammen und zurück an den demolierten Glasschirm. Wenn man nicht zu genau hin sieht, fällt das auch gar nicht richtig auf …

Bin mal gespannt, was am Montag/Dienstag über den Jordan geht, wenn wir die Bordüre – auf die wir leider noch warten müssen – ankleben und alles wieder einräumen.

Vom Wohnzimmer streichen will ich noch mal gar nicht anfangen…

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

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