Otto vs. Thekla

Heute: Otto

Ich mag keine Spinnen. Die meisten jedenfalls nicht. Gegen die großen Vogelspinnen habe ich nämlich nichts. Die finde ich sogar ganz interessant. Solange sie hinter dem Terrarienglas bleiben und mich nicht schief von der Seite ansehen.

Die anderen allerdings, die, die im Garten wohnen und jetzt im Herbst unser Haus schon fast überrennen, hasse ich. Die braun-schwarzen Riesenviecher, die so dermaßen behaart sind, dass sie mit Sicherheit heimlich meine Bürste und  Zopfbänder benutzen, heißen im Hause Wahnsinn Ottos und die anderen, die braunen oder grauen mit dem Kreuz drauf sind die Theklas. Diesen Namen benutzt immer meine Freundin J. und  stammt natürlich aus der Serie … naaa? Genau! Aus Biene Maya mit ihrem schwulen, aber allerbesten Freund Willi.

Die Bezeichnung Otto kommt von Männe. Und das kam so: Vor drei Jahren habe ich weiße Dekospinnweben für Halloween gekauft, bei denen eine schwarze Gratisspinne aus Kunststoff dabei war. Irgendwie kam diese mir etwas einsam in den Weben vor, also machte Männe den Vorschlag, in den Garten zu gehen ein paar „Ottos“ zu fangen und diese dekorativ an die Wand zu nageln. Nachdem er mir auf meinen verwirrten Gesichtsausdruck hin erklärte, was er meinte, schüttelte ich mich einige Minuten lang vor Ekel, und übernahm daraufhin voller Begeisterung wenigstens die Bezeichnung für alle Ewigkeit.

Warum ich das hier jetzt so ausführlich erkläre? Weil es mich gestern so dermaßen geschüttelt hat, dass mir noch heute die Nackenhaare zu Berge stehen.

Ich sitze gestern Abend harmlos auf dem Soffi, schaue irgendeinen hirnlosen Film und sehe aus den Augenwinkeln aus dem Flur etwas riesiges Schwarzes in einem Affenzahn auf dem Laminat ins Wohnzimmer Richtung Soffi, sprich: zu mir, flitzen. Nachdem ich innerhalb einer Millisekunde die Bedrohung erkannt hatte, sprang ich auf, überlegte gefühlte 10 Jahre lang, ob ich mich mit einem beherzten Sprung auf dem Tisch retten und dort auf die Rückkehr Männes zu warten oder alle Überwindung zusammenkratzen sollte, um die drohende Gefahr selbst zu eliminieren.
Den Göttern sei dank, hatte ich gerade feste Hausschuhe an, und so sprang ich auf, lief diesem Otto in der Größe eines ausgewachsenen Chihuahuas (Ich schwöre, der war so groß! Ehrlich!) entgegen und trat ein Mal mit lautem Kriegsschrei auf seine Omme. Damit war meine Überwindung dann auch restlos aufgebraucht und ich lief mit den Armen wild wedelnd und laut schreiend aus dem Zimmer, ohne mich nochmal umzudrehen.

(Als Männe dann endlich gegen Mitternacht nach Hause kam, bewunderte er das geplättete Vieh und erbarmte sich meiner, indem er es leise vor sich hin lachend entsorgte.)

In der nächsten Folge lesen Sie, wie ich mit einer widerlichen Thekla um ein T-Shirt kämpfe.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

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