Vom Schlaf, den man nicht kriegt

Aufgrund der gründlich schiefgelaufenen Abtauaktion seines Gefrierschrank-Kombigerätes, bei der es durch den Einsatz eines spitzen Messers zum Totalausfall desselbigen kam, hat mein Bruder mich und Männe gestern Abend zum Grünkohlessen eingeladen. Das Zeuch musste ja nun immerhin schnellstens weg und zu viert hätte die Bruder-Familie es nicht geschafft. Also wurde die alles verschlingende Fressmaschine namens Männe gerufen, damit sie ihre Pflicht erfülle. Was sie auch bravorös tat.

Nachdem die Aufgabe erledigt war, saßen wir, Bruder, Frau und Neffe Nr. 1 am Tisch, tranken Kaffee und gaben uns mehr oder weniger niveauvoller Konversation hin. Neffe Nr. 2 war mit seinen sechs Jahren schon ins Bett gebracht worden, wohingegen NN 1 mit seinen zwölf Jahren noch immer mit Männe über Kampfflugzeuge und Allraketen fachsimpelte.

Gegen 23 Uhr fragte mich meine Schwägerin, ob ich noch Kaffee wolle, den ich allerdings nach meinem bereits schon zweiten Becher freundlich mit den Hinweise ablehnte: „Nein, danke. Wenn ich jetzt noch einen Becher trinke, kann ich nachher nicht mehr einschlafen.“

In diesem Augenblick dreht sich Männe zu mir um, sieht mir tief in die Augen und erwidert mit tiefer Stimme: „Du wirst nachher ganz bestimmt nicht schlafen.“

Bruder und Frau grinsen sich schon amüsiert an. Ich hingegen habe das unbestimmte Gefühl, mir entginge hier gerade etwas sehr Wichtiges, aber ich kam nicht drauf, was es sein könnte.

Ich also (etwas begriffsstutzig): „Hä? Wieso sollte ich nachher nicht schlafen können?“

Er so: „Weil Du nachher nicht schlafen wirst …“

Als mir langsam ein Licht aufgeht, was mir später noch blühen wird und Bruder samt Frau schon fast auf dem Boden liegen vor unterdrückten Gelächter, ob meiner Begriffsstutzigkeit,  kommt  von meinem zwölfjährigen Neffen ganz trocken: „Hahaha, eindeutig zweideutig!“ und blättert seelenruhig weiter im seinem Astronomiebuch, während wir Erwachsenen erst ihn und dann uns kurz verblüfft anschauen und dann endgültig unter den Tisch rutschen.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

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