Epic Christmas Fail – oder „Der Angriff der Killer-Misteln“

Als ich mich gerade mal wieder auf fantastischem Niveau (Ist übrigens keine Crème!) unterhalten ließ, kam ich an einer Stelle des gelesenen Artikels aus dem Lachen nicht mehr raus. Ich gröhlte sogar so sehr, dass Männe aus dem Off zurückbrüllte, er könne bei meinem infernalischen Gegacker die Motoren der Formel 1 gar nicht mehr verstehen und ich solle verdammte Scheiße noch eins bitte schön mehrmals in eine Tüte atmen, um mein zartes Gemüte zu beruhigen.
Leider konnte ich gerade keine finden und so gickelte ich noch lange nach dem Lesen des Artikels mehr oder weniger still vor mich hin.

Was mich zu diesem unziemlichen Heiterkeitsausbruch verführte, und folgerichtig unseren Nachbarn über uns direkt zum spontanen Tarantella-Tanzen brachte, war dieser Abschnitt – ich zitiere:

“Diese Scheiße kommt hier weg! So eine Drecksscheiße! Diese vermaledeite Drecksdeko! Ich schmeiß das alles in den Ofen! Brennen wird das! Lichterloh!”

Kaum gelesen, malte mir mein vermaledeites Kopfkino daraufhin in den buntesten Farben die entsprechende Szene auf die Rückwand meiner Augen und verursachte so die Kaskade eines Lachanfalles, der sich noch Minuten später fortsetzte. Erinnerte mich doch diese treffende Beschreibung eines tobenden Ehemannes beim fahrlässigen Zusammenstoß mit allerlei häuslicher Weihnachtsdeko an eine ähnliche Begebenheit, die mich damals direktemang in die Knie zwang. Vor Lachen natürlich …


 

Es begab sich aber zu der Zeit, dass AnGarasu in Kürze den Tag ihrer Geburt begehen würde und jenen auch angemessen zu huldigen gedachte. Da dieser Tag nicht fern dem des heiligen Jesuskindes lag, nahm sie den ihren jedes Jahr aufs Neue zum freudigen Anlass, die Wohnung fürderhin gar weihnachtlich zu schmücken.
Einer der altehrwürdigsten Traditionen ihrer Ahnen folgend, drapierte sie liebevoll eine 2 Meter 50 lange Tannengirlade mit blinkenden Sternenlichtern direkt vom Firmamente stammend an den Torbogen ihres Flures und behängte ihn zur göttlichen Zier mit mystischen Sandelholzgewächsen, in der Zunge des niedrigen Volkes auch gemeinhin als Mistelzweige bezeichnet, die den Zauber der baldigen Weihnacht einfangen und akkumulieren sollten.
Ihr perfektes Werk mit stolzgeschwellter Brust betrachtend, zitierte sie mit lieblicher Stimme ihren nicht-rechtlich-Angetrauten herbei, um mit ihm gemeinsam dem dekorativen Ornament der Weihnachtszeit zu huldigen.
Dem mehrfachen zarten Rufe seines über alles geliebten Weibes folgend, trat der 1 Meter 92 Hühne aus dem gemeinsamen Schlafgemache hinüber in den Flur und erkundigte sich dezent die Stimme hebend, was denn der unerwartete Aufruhr während seiner himmlischen Schlummerzeit mitten am Tage bedeuten solle. Noch während er das geschmückte Tor mit all seiner männlichen Grazie durchschwebte, streifte sein gesalbtes Haupt dabei eines der etwas niedrig hängenden Sandelholzgewächse. Mit einem heldenhaften Fuchteln seiner tödlichen Pranke wischte er das zaghaft aufdringlich werdende Gestrüpp beiseite, verfing sich dabei aber zu seinem Ungemache mit den Fingern in den herunterfließenden Schleifen der güldenen Aufhängung desselben. Unter gereiztem Gegrunze eines rauschigen Ebers zerrte er ein Mal heftig an dem zarten Gewebe, um seine so heimtückisch gefangenen Finger zu befreien, und beförderte mit dieser raumgreifenden Geste unwillentlich das von seinem Weibe aufopferungsvoll drapierte christliche Ornament, begleitet von einem sanften Schauer aus Tannennadeln und Mistelzweige, gen Erde. Abrupt gefangen vom buschigen Schwanze der Weihnacht, begann der Mann seinen ganz eigenen biblischen Tanz der sieben Schleier aufzuführen, um sich aus der festlichen Umarmung des Immergrüns zu befreien.
Erstickt in ihre Hände lachend blieb dem dabei hilflos zusehendem Weibe nichts anderes übrig, als sich demütig vor ihrem über und über mit Tannengrün und Mistelbeeren berieselten Gatten, der die himmlischen Heerscharen mit nicht entzifferbarem Wortlaut anrief, auf die Knie zuwerfen und dem Gott der unfreiwilligen Comedy aus vollem Herzen für das diesjährige Weihnachtswunder in ihrer bescheidenen Behausung zu danken.

Amen.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

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