In bed with DEATH

So, nachdem sich der Frauenschnupfen in eine eitrige Bronchitis mit Aussicht auf Lungenentzündung gewandelt hat, die nun mit Antibiotika und 10 Tagen völliger Arbeitsruhe bekämpft werden muss, bin ich heute wieder halbwegs soweit, wenigstens ein paar verständliche Sätze zu schreiben.

Das Beste an nächtlichen Fieberschüben und parallel einhergehenden Voll-Migräneattacken mit einer 8,5 – 9 auf der Richter-Skala und deswegen versehentlich zu viel eingenommenen Schmerzmitteln ist tatsächlich: das darauffolgende Delirium. (High-Sein will ich das jetzt nicht unbedingt nennen, weil ich keine echte Erfahrung damit in meinem Leben gemacht habe, um das vergleichen zu können. Aber das eine Mal, als ich vor ca. 12 Jahren ein neues Migräne-Medikament ausprobiert habe und danach vier Stunden lang im Bettkarussel fuhr, fühlte sich fast genauso an, nur ohne die Alpträume. Deswegen, wer weiß …?)

Dieses Delirium war jedenfalls echt bizarr. Nicht nur, dass sich TOD neben mir auf dem Bett sitzend manifestierte und mit mir über belangloses Zeug sinnierte, nein, nachdem er sich verabschiedet hatte (Er müsste jetzt aber wirklich wieder los, sein Job warte ja immerhin nicht auf ihn.), kam auch ich ganz langsam wieder runter. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich merkte nämlich, dass ich seit ein paar Sekunden bereits wieder bei vollem Bewusstsein war – soweit das nach solch einem Erlebnis eben möglich ist mit einem Adrenalin-Sturzbach in den Adern – und über diese völlig obskure Wahrnehmungsverschiebung nachdachte, die mich nicht das Leben gekostet hatte, obwohl TOD mich aufgesucht hatte. (Entgegen der vielen bunten Beschreibungen T.P.s in seiner Scheibenwelt sah er etwas anders aus. Unter seiner schwarzen Kapuze war sein Kopf komplett mit schwarzem Glitter überzogen. Sehr stylish der Gute, passte super in mein Schlafzimmer, muss ich schon sagen. Kopf, äh … Hut ab!) Während ich mich also so über den Fashion-Stile des Schnitters wunderte, merkte ich – Und hier schwöre ich Stein und Bein, dass es genauso wirklich wahr!!! Echt,ichschwörbeimzukünftigenGrabemeinaMudda!!! – dass ich zehn Zentimeter über dem Bett schwebte und langsam wieder auf die Matratze zurück sank! Aber erst, als diese unter mir wieder ein paar Zentimeter nachgab, wurde mir vollends bewusst, dass ich wieder normal im Bett lag und einen auf Reagan aus Der Exorzist gemacht haben musste! WAAAAAAHHHHH! Und das mit 120 Kilogramm! *Tilt*


Im längeren Nachhinein merkte ich, dass ich irgendwie überhaupt keine Angst gehabt hatte, jedenfalls keine von der instinktiv-panischen Sorte. Ich fühlte mich nur eine wenig beunruhigt bei dem Gedanken daran, dass TOD ausgerechnet zu mir kommt, um sich ein wenig vom Erntestress Tag ein Tag aus zu erholen und mit mir im Bett gemütlich zu chillen. Hätte er sich noch ’ne Kippe angesteckt, hätte ich ihn sogar vermutlich ohne nachzudenken angeblafft, dass in meiner Wohnung nicht geraucht wird und schon gar nicht im Schlafzimmer, verdammte Axt! Aber er war sehr Sensenmanngentlenman-like, wie es sich eben gehört. Er verabschiedete sich höflich und ging seiner Wege. Panisch wurde ich erst, als ich merkte, dass ich über dem Bett geschwebt hatte.

Danach musste ich dann leider mit eingeschaltetem Licht schlafen. Im Dunkeln war’s mir dann doch zu gruselig …

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

4 responses to “In bed with DEATH

  • stadtkatze

    Schön, dass Du über’n Berg bist… Aber bei Medikamenten, die Dir Romanfiguren nach Hause bringen, wäre ich in Zukunft echt doppelt vorsichtig. Stell‘ Dir vor, Lord Voldemort käme zu Besuch (ob der so zum Philosophieren aufgelegt wäre?) und Dein Bett schwebt zur Abwechslung 10 cm über *Dir*!

    • AnGarasu

      Uuuuh, was für eine Vorstellung! Wobei mich Voldemort echt nicht mehr schocken würde. Aus den HP-Bann bin ich recht total raus, habe sogar schon fast alle Bücher davon verkauft. Nur 2 sind noch übrig, die niemand mehr haben wollte.
      So richtig übern Berg bin ich erst seit gestern, da konnte ich das erste Mal wieder ohne Kopfschmerzen rumlaufen und ohne, dass mir die Nebenhöhlen zu platzen drohten. Das Antibiotikum schlägt also endlich richtig an. Der Husten wird auch langsam besser, zumal ich diese Nacht um 1.30 Uhr fast alles rausgewürgt habe. So krank wegen einer einfachen Erkältung war echt schon sehr lange nicht mehr.
      Ich glaube, das Delirium kam nur wegen dieser 3 aufeinandertreffenden Faktoren (Fieber, Migräne, verschiedene Medikamente) zustande, normalerweise habe ich sonst keine Probleme mit den Triptanen und so. Vorsichtig bin ich damit immer.

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