PERGOLA WARS – Episode VI

The Return of the Sun


Endlich! Sie steht! Damit habe ich schon fast nicht mehr gerechnet, nachdem meine akribische Planung der letzten 9 Monate von diversen Widrigkeiten (allen voran durch Männe, aber das will ich nicht länger thematisieren) mehrfach komplett über den Haufen geworden waren, nur um jetzt am Ende doch 98% meines Entwurfes zu entsprechen … Nunja, lassen wir das.
Falls sich jemand auch so ein Ding in den Garten stellen will, empfehle ich ihm / ihr aber, meine folgenden Ausführungen zu lesen, die allerdings nur meiner eigenen Erfahrung der letzen Wochen entstammen. Woanders gibt es mit Sicherheit bessere Planungshilfen und Infos.

Meine Planung in 10 Schritten:
  1. Genauer Standort der Pergola
  2. Optimale Größe (–> welche Fläche soll beschattet)
  3. Beschaffung des Untergrundes bzw. der Wand beachten
    (–> daraus ergibt sich die Befestigung an Boden und Wand)
  4. Stärke des Ständerwerks, falls ein Kunststoffdach drauf soll
    (–> 9 cm Pfostenstärke ist Baumarkt-Standard, 10 cm ist Gala-Bau-Standard, 12 cm ist Extra-Stabil, man beachte auch vorher die mögliche Schneelast im Winter)
  5. Maximale Neigungsmöglichkeit
  6. Welche Holzart
  7. Gezapftes Holz oder geschraubtes
    (–> macht preislich einen großen Unterschied)
  8. Welche Befestigungsmalterialien braucht man
  9. Nimmt man ein fertiges Bauset oder Einzelteile aus dem Baumarkt
    (–> hängt auch vom handwerklichen Geschchick des/der Einzelnen ab
  10. Wieviel Geld will man am Ende ungefähr ausgeben
    (–> für’s Eigenheim oder wohnt man nur zur Miete)
Mein Vorgehen:

Da weder ich noch Männe sehr gut im Holzverarbeiten sind und uns auch die entsprechenden Gerätschaften fehlen, habe ich mich schon ganz zu Anfang für einen fertig zugeschnittenen Bausatz ohne Zapfen entschieden, der auch keine vorgebohrten Löcher hat, was uns so jede Freiheit beim Neigungswinkel der Dachsparren ließ. Außerdem lag das preislich auch in meinen Vorstellungen, weit unter 1.000 Euro dafür zu bleiben, da ich auf keinen Fall eine zusätzliche Kunststoff-Bedachung haben wollten, sondern nur ein faltbares Sonnensegel, um nicht den Freiluft-Effekt nach oben kaputt zu machen. Hätte ich einen Wintergarten gewollt, hätten wir auch einen gebaut … Außerdem haben wir letztes Jahr schon 1.000 Euro im Garten versenkt; das wollte ich dieses Jahr nicht schon wieder machen.

Die Pergola sollte komplett auf das Holzdeck vor der Wohnzimmerfensterfront gebaut werden, deswegen habe ich mich für eine direkt auf das Deck aufschraubbare Variante der Pfosten entschieden: dübelbare feuerverzinkte U-Pfostenträger.

Die Fläche der Pergola ergab sich aus drei Komponenten: 1. Maße des Holzdecks, 2. lieferbare Größen des Bausatzes, 3. Preis, da wir nur zur Miete wohnen (und ich nach 6 – 8 Jahren gerne mal meine Einrichtung auch im Garten ändere). So kamen wir auf eine Gesamtgröße von 4 x 4 Metern.
Das Deck ist 6 x 4,55 Meter und so haben wir genügend Raum, um gemütlich um die Pergola herum zu gehen, was bei der Gartenarbeit in den Beeten nicht unterschätzt werden sollte. Außerdem finde ich es optisch auch schöner, nicht komplett bis an die Ränder des Decks zu gehen, da das in unserem kleinen Garten wie der riesige Deckel auf einer Schachtel wirken würde.

Um größtmögliche Stabilität zu gewährleisten, hat Männe darauf bestanden, 12 cm Leimbinder-Pfosten und extra-tragfähige Dübel / Schrauben für die Wandbefestigung zu kaufen.

Wenn die Teile endlich da sind, sollte man auf jeden Fall sofort alles nachmessen. Da wir das nicht getan haben, haben wir erst mittendrin festgestellt, dass die Kopfbänder nicht genau im 45° Winkel geschnitten waren, sondern zwei davon in 46°. Was natürlich zu unschönen Spaltenmaßen geführt hätte. Das hieß, wir mussten jemanden auftreiben, der uns die Dinger richtig zusägt. Das führte zu vier Tagen Verzögerung.

Dann bestand Männe darauf, die Pfostenträger seitlich im Holz zu versenken, d.h. dafür mussten die Pfosten unten entsprechend ausgeklinkt werden. (1 Woche Verzögerung, da wir den Kram zu meinem Bruder bringen mussten, der nach dem Wochende plötzlich keine Zeit mehr dazu hatte und erst 5 Tage später dazu kam.)

Als erstes haben wir die Wandpfette angeschraubt, was später tatsächlich das Einfachste beim ganzen Bau sein sollten.

Ganz kompliziert war das darauffolgende rechtwinklige Ausmessen der Aufbauposition zum Haus, da das Holzdeck schwimmend gelagert ist und noch nicht mal mehr ansatzweise im 90° Winkel zur Hauswand liegt. Unser Nachbar half uns da sehr aus der Patsche, weil er diverse Bauerfahrung hat und uns seine Hilfe geradezu aufdrängte. Mehrmaliges Testen der Abstände hat uns echt den Arsch gerettet. Zumal auch noch das Deck nach links hin deutlich Gefälle aufweist und zwei Pfosten zum Höhenausgleich um einige Zentimeter gekürzt werden mussten.

Zwischendurch hatten wir dann auch noch zwei Regentage.

Die drei Pfosten haben dann doch wir ein wenig mehr eingerückt als geplant, da wir sie dort befestigt haben, wo eine der Unterkonstruktionslatten für das Deck entlangläuft, um mehr Grundstabilität reinzubringen. Statt 3,5 Meter stehen sie jetzt nur 3,25 entfernt. Sieht mit dem größeren Überhang der Dachpfetten aber sehr gut aus.

Nachdem die Pfosten endlich am Boden und mit den Kopfbändern festgeschraubt waren, wurden probeweise die Dachpfetten raufgelegt, um die Abstände und Optik zu beurteilen.

Das Ausklinken ging wider ruckizucki, genauso wie das festschrauben.

Endlich stand das verdammte Drecksteil!

Am nächsten Tag haben wir dann das Seilsystem für das Stoffdach rangeschraubt. Das hatte ich im Internet bestellt, genauso wie die Laufhaken und den ungeschnitten 1,8 Meter Stoff als Rollenware, da unser Pergolamaß nicht zu den gängigen gehört, für die man bereits fertige Falt-Sonnensegel inkl. Zubehör kaufen kann. Also habe ich das Segel selbst genäht und die Laufhaken in mühseliger Frickelarbeit rangeschraubt. Das Schwierige dabei war, den Stoff gerade zu schneiden und auch die Säume gleichmäßig hinzubekommen. (Beim nächsten Mal mache ich es jedenfalls etwas besser.)

Aber dennoch sieht das Endergebnis verdammt gut aus und ich freue mir ’n Ast.

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

One response to “PERGOLA WARS – Episode VI

  • Stadtkatze

    GLÜCKWUNSCH!!! Und jetzt ganz viel Sonne, damit Ihr Euch unter Eurem Schattenspender weitere Äste freuen könnt!

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