Dissen

Letzten Freitag bei der Psychotante rausgefunden, dass ich bereits seit 25 Jahren zusätzlich zu meiner depressiven auch eine dissoziative Störung habe.

Cool! Hab mich also die ganzen Jahre selbst gedisst. Muss man auch erst mal können. Respekt, Alter!

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

3 responses to “Dissen

  • Die Eremitin

    Hallo AnGarasu,
    ich habe deinen Blog über Juliane entdeckt und hab mich beim Lesen hier bereits mehrfach köstlich amüsiert (ich war so frei, dich in meiner Leseliste zu verlinken).
    Ich kann dir das gut nachfühlen, Dissoziationen gehören auch zu meinem Krankheitsbild. Dass ich diese habe, habe ich auch erst mit 33 (also dieses Jahr) heraus gefunden.. Vor allem die Dämmerzustände waren für mich so „normal“ (ich dachte, ich sei halt müde oder erschöpft), dass ich lange gar nicht benennen konnte, dass da wohl mehr dahinter steckt. Darf ich fragen, wie du es entdeckt hast?
    Ich finde es schlimm, dass solche Dinge so lange unentdeckt bleiben und dass die Fachleute es selbst oft nicht bemerken.
    Liebe Grüße von der Eremitin

    • AnGarasu

      Richtig entdeckt habe ich das gar nicht. Es kam einfach so im Gespräch mit meiner Therapeutin raus. Eigentlich ging es um eine Panikattacke, die ich letztens beim Einkaufen hatte, und deren Symptome. Dabei erzählte ich, dass sich bei mir erstmals mit ca. 13/14 Jahren ähnliche Symptome zeigten (Derealisation und Depersonaliserung), die ich aber zuerst als Vorläufer meiner ersten richtigen Panikattacken fehlinterpretiert habe, die ich mit 16 bekam. Die Ärztin meinte aber, dass das eher eine Dissoziative Störung ist, die als eigenes Krankheitsbild gesehen wird.

      Ich hatte in der Schule auf einer Treppe plötzlich das Gefühl, dass sich die Realität von jetzt auf gleich „verschiebt“ und ich wie in Trance in eine Parallel-Dimension auf ein fremdes Geschehen und auch auf mich selbst wie aus der Vogelpersepektive blicken würde. Dabei hatte ich allerdings keine Angst und auch keine der anderen typischen großen Begleiterscheinungen einer Panikattacke. Das Ganze dauerte 2-3 Minuten und war dann einfach vorbei. Emotional hallte das Gefühl dieser „Phasenverschiebung“ noch Stunden nach. Ich dachte, ich hätte vielleicht eine „paranormale“ Erfahrung gemacht und fand das eigentlich total cool. Akte X lässt schön grüßen. 😉 Ein paar Tage später passierte es aber nochmal und ab da war ich der festen Überzeugung, ich werde bzw. bin verrückt. Seitdem passiert das immer mal wieder, in unterschiedlicher Ausprägung und Häufigkeit.

      Meistens fängt es mit einem sehr starken Dejá-Vu-Gefühl an und dann verschiebt sich meine Realitätswahrnehmung. Die Geräusche, Gerüche und Farben verstärken sich entweder oder in den meisten Fällen wird alles wird farb- und tonlos um mich herum und ich fühle mich total fremd innerhalb meiner Umgebung.
      Meistens kann ich mich selbst aus diesem Zustand befreien, indem ich mich stark auf einen bestimmten Sinneseindruck konzentriere, oder wenn ein starker Reiz von außen kommt, z.B. Telefonklingeln oder jemand fasst mich an.

      Diese Ereignisse sind über die Jahre so normal für mich geworden, dass ich mich daran gewöhnt und diese Macke von mir akzeptiert und gar nicht als Krankheit wahrgenommen habe.
      Das kam alles letzten Freitag nur durch Zufall raus, obwohl ich seit 6 Monaten wegen meines Burn Outs und den Depressionen in Therapie bin. Vorher hatte ich noch nie mit jemanden darüber geredet. Noch nicht mal während der REHA, als ich meine Probleme offen legen sollte, weil das für mich gar keine Rolle gespielt hatte.

  • Die Eremitin

    Hallo Angarasu,
    danke für die ausführliche Beschreibung, ich lese solche Erfahrungsberichte aus erster Hand immer sehr gerne!
    Ich bin auch schon gefragt worden, ob mich diese Erfahrungen ängstigen, aber mir geht es da so wie dir, es passiert halt und es ist so normal geworden, dass ich lange nicht auf die Idee gekommen bin, dass es Symptome einer Krankheit sind.. Schon heftig.
    Liebe Grüße!
    Die Eremitin

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