Inhaltsangabe

Seit einem knappen Jahr oder so könnte man meinen, dass sich der Inhalt meines Blogs rapide verändert hat. Wir erinnern uns: Ich bin seit über 15 Jahren ausgebildete Mediengestalterin und schreibe hier eigentlich hauptsächlich, weil ich seitdem in meinem Job nur die Deppen und Idioten dieser Brache an den Hacken habe und ein geistiges Ventil brauchte, um nicht zur Axtmörderin zu mutieren.

Leider hat mir genau dieser Sachverhalt letztes Jahr (eigentlich schon viel früher, aber ich bin anscheinend ein zähes Stück) das emotionale und seelische Genick gebrochen und ich hatte für alle sichtbar einen an der Waffel. (O-Ton einer Mitpatientin in der REHA, warum sie dort sei: „Weil ich einen an der Waffel habe.“ So wahr, my dear! Ich nämlich auch.)
Jedenfalls hat sich daraufhin hier fast alles verändert. Ich bin seitdem krank geschrieben, Zuhause und wegen Burn Out, Depressionen und noch ein paar anderen  … äh …  Zuständen in Therapie, was natürlich dazu führte, mit diesen Deppen und Idioten ganz wenig bis keinen Kontakt mehr zu haben. Nachdem ich direkt nach meiner Rückkehr aus der REHA kam und der Mitteilung an die Firma, dass ich auf nicht absehbare Zeit au bin, bekam ich direkt zwei aus der Luft gegriffene und rückdatierte Abmahnungen meines (noch) Chefs. Das bewog mich unter anderem, alle Texte, die mit meinem derzeitigen Arbeitgeber zu tun haben, aus Gründen mit einem Passwort zu versehen.

Seitdem schreibe ich hier fast ausschließlich in der Kategorie private sickness. Das könnte sich allerdings bald ändern, denn ich habe keinen sichtbaren an der Waffel mehr, sondern nur noch einen dauerhaften Sprung in der Schüssel, der mit ein wenig Vorsicht und rücksichtsvollem Handling gesellschaftlich akzeptabel sein dürfte.
Das führte nun dazu, dass ich heute *Trommewirbel* ein Vorstellungsgespräch für einen Halbtagsjob im Bürobereich habe! *Hier dramatische Pause für die Jubel- bzw. Entsetzensschreie der Leserschaft*
Diese Firma war nämlich so begeistert von meiner ach so kreativen Bewerbung – für Mediengestalterverhältnisse natürlich völlig unspektakulär –, dass die mich nach nur vier Stunden nach Verschicken der Mail anriefen und einluden. Der mögliche Verdienst ist natürlich ein Witz und niemand, der alleinstehend oder finanziell unabhängig vom Partner sein will, kann davon seine laufenden Kosten bezahlen, geschweige denn annähernd leben. Aber es ist ein Anfang. Und sei es nur, um wieder Übung in Vorstellungsgesprächen zu bekommen.

Also: stay tuned. Es könnte bald wieder böse werden …

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

6 responses to “Inhaltsangabe

  • Helma Ziggenheimer

    Man könnte ja fast schon wieder lachen (wenn es nicht so abartig wäre – demzufolge wärs auch nur ein böses Lachen): Rückdatierte Abmahnungen und dann noch gleich zwei – was für ein Witz. Das ginge vor keinem Arbeitsgericht durch.
    Für Dein Vorstellungsgespräch drücke ich Dir mal alle Daumen, die ich habe – und für den Neuanfang gleich mal mit!!

    • AnGarasu

      Vielen Dank für deine Daumen. Allerdings weiß ich gar nicht, ob ich den Job haben will. Wie gesagt, das Gehalt ist ein Witz. Da ich noch gut 7 Monate Krankengeld beziehen kann, was ohne Versteuerung meinem jetzigen Mediengestalter-Gehalt entspricht, wäre es wohl mehr als unklug, nur etwas mehr als die Hälfte (765 zu 1300 Euro netto) von der Summe in Kauf zu nehmen, nur um wieder arbeiten zu können. Das würde mich finanziell ruinieren. Das Arbeitslosengeld I würde ja schon mehr betragen.
      Männe könnte das zwar auffangen für gewisse Zeit, aber das führt nur zu Spanungen in unserer Beziehung. Wir haben nicht umsonst komplett getrennte Kassen.

      • Helma Ziggenheimer

        Ich würde mir das Vorstellungsgespräch trotzdem erst mal antun und gleich mal fragen, ob perspektivisch aus der Halbtagsstelle eine Vollzeitstelle machbar wäre.
        Getrennte Kassen haben wir auch. Früher für mich gar nicht denkbar (okay, ich kannte es einfach auch nicht), aber heute würde ich es gar nicht mehr anders haben wollen.

  • Nelly aus Sachsen

    schwierige Entscheidung, weil Lohn und Brot einerseits befriedigend sind, andererseits unbefriedigend wenn es zu wenig ist.
    “ Einen an der Waffel haben“ ist völlig okay solange man sozialverträglich damit umgeht.

  • Schneeweiss Nachtschwarz

    Ich jubel einfach mal 🙂 aber ehrlich gesagt würd ich uns einfach ’nen fetten Lottogewinnn wünschen, damit dieser Arbeitswelt-Irrsinn endlich ein Ende hat. Bin mir sicher, hier gäbe es trotzdem noch genug Teuflisches zu lesen ♥

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