Gedisst – oder: Als Kunde von Telekom und Vodafone ist man immer gefickt

 

Es hat schon seine sehr, sehr guten Gründe, warum wir auf dem platten (platt, platter, am plattesten) Land leben.  Ein schneller Internetanschluss gehört leider nicht dazu.

Deswegen waren wir auch extrem dankbar, als Vodafone vor ein paar Jahren seine Vertreter flächendeckend losschickte, um die neue LTE-Funktion anzupreisen. Bei uns waren sogar zwei verschiedene Vertreter innerhalb einer Woche da! Wir haben dem ersten vor Freude schluchzend die Füße geküsst und ihm mein Erstgeborenes dargeboten sofort beim ersten Angebot dankbar zugeschlagen, da die Telekom bis dato leider nur DSL-Light bei uns zur Verfügung stellen konnte. Im Vergleich kam man sich wirklich wie in der digitalen Steinzeit vor.

Sechs Jahre lang waren wir nun Kunde bei diesem Verein. Am Anfang waren wir auch trotz der sehr hohen Kosten zufrieden, doch leider stellten sich nach und nach echt nervige Fehler ein, die wir am Ende nicht mehr ignorieren konnten. Auch der zweimalige Austausch des Routers brachte keine Besserung. Nachdem dann mehrfach und sogar für 21 Tage lang am Stück, Telefon und Internet alle paar Minuten teilweise über Stunden hinweg ausfielen, reichte es uns. Wir kündigten im Dezember 2016 fristgerecht zum 12. April diesen Jahres und beantragten zeitgleich bei der Telekom einen DSL-LTE-Hybrid-Vertag. Die Kündigungsbestätigung flatterte auch prompt ein paar Tage später per Mail ins Haus und wir hofften, alles würde gut werden.

Aufgrund technischer Unvorhersehbarkeiten musste unsere Wohnung noch an den Telefon-Verteilerkasten des (6-Parteien) Hauses angeschlossen werden, da das vor ein paar Jahren, als alles aktualisiert wurde, vergessen worden war. Stattdessen hat eine Wohnung zwei aktuelle Anschlüsse bekommen, wir aber keinen. Das sollte aber erst am 20. April geschehen, da dann der Telekomtechniker in der Nähe wäre. Das heißt, wir wären dann für acht Tage ohne Festnetz und Internet. Ärgerlich, aber überlebbar, da Männe seinen 8GB-Handyvertrag als Hotspot zur Verfügung gestellt hätte.

Ich schreibe extra hätte, weil er das nicht tun musste. Denn wie ich am 12. und auch wundersamerweise am 13. April feststellte, funktionierte immer noch alles einwandfrei.
Nanu? Was war da denn los? Haben die unsere Kündigung etwa vergessen?
Ich da angerufen, die Sachlage der freundlichen Dame geschildert und die meinte, ja, Kündigung ist aktuell und im Laufe des Tages würde alles abgeschaltet werden.

Am 20. April lief immer noch alles. Ich Böses ahnend, nochmals angerufen: In Dubai erzählt mir daraufhin eine Dame aus dem Callcenter, dass leider, leider gar keine Kündigung eingetragen wäre und der Vertrag sich deswegen automatisch bis zum 12. April 2018 verlängert habe. Da könne man auch leider, leider nichts machen …

WTF?????!!!!!!!
Ich sofort dazwischen gegrätscht.

Moooment mal, gute Frau! Ich habe hier aber im Dezember 2016 eine Bestätigung Ihres Vereins erhalten, in der sehr wohl drinsteht, dass zum 12. April 2017 alles gekündigt wurde. Wie kann es sein, dass sich dann der Vertrag automatisch verlängert, häh? Muss ich einen Anwalt wegen Betruges einschalten, oder wie?“

„Äääähhh … in diesem Fall verbinde ich sie am besten direkt mit der Kündigungsabteilung.“ *tuuuuut*

Ja, nee. Is klar.
Ende vom Lied: Es tut Vodafone in Deutschland wirklich extrem leid, aber da ist wohl im System was schief gelaufen, natürlich gelte meine Kündigung, der Vertrag verlängere sich nicht, nur das Datum würde sich systembedingt auf den 26. April ändern. Danach ist dann aber wirklich Schluss.

OK, damit konnte ich leben. Immerhin hatten wir so noch bis zum 20. April unser Tor zur Welt.

Gestern dann rief ein Kumpel von Männe auf seinem Handy an und teilte uns mit, dass wir seit Tagen per Festnetz nicht mehr zu erreichen wären. Ob wir unsere Nummer gewechselt hätten?
Natürlich haben wir das nicht.
Aber seltsamerweise hörten sowohl Männe als auch ich, als wir über unsere Handies unsere Nummer anriefen, den Satz: „Diese Rufnummer ist nicht vergeben.“
Äh, watt?
Wieso war hatte dann erst am Nachmittag mein Versicherungsmensch mich über Festnetz erreicht? Störung bei der Telekom? Router abgeschmiert?

Als erstes habe ich den Router neugestartet, doch das Problem blieb. Heute Morgen war es immer noch da. Ich bei der Telekom angerufen und 45 Minuten mit dem sehr hilfsbereiten Techniker telefoniert, rumprobiert, neugestartet, umgestellt, Leitung geprüft usw. Wenn er den Testanruf gemacht hat, kam er durch. Wenn wir raustelefoniert haben, funktionierte auch alles. Nur wenn wir mit unseren Handies anriefen, die über das D2-Netz laufen, passierte: nichts.

A-ha!

„Wir waren bis vor Kurzem noch LTE-Kunde bei Vodafone. Jetzt sind wir bei der Telekom. Männes Kumpel ist aber Vodafone-Kunde, genauso wie wir mit unseren Handies. Gibt es da etwa einen Zusammenhang?“

„Dazu darf ich Ihnen leider nichts sagen“, kommentiert der Telekomtechniker vielsagend meine Vermutung, „aber bei uns liegt das Problem nicht. Sie sollten sich mal mit Vadafone in Verbindung setzen und dort das Problem schildern. Womöglich ist bei der Portierung der Rufnummer noch eine System-Sperre aktiv. Das kann schon mal vorkommen.“

„Wollen Sie damit sagen, Ex-Kunden werden von dem Laden gedisst, wenn man zur Telekom wechselt?“

„Wie gesagt: Dazu darf ich leider keine Auskunft geben.“

Sach mal! Wo sind wir denn hier? Im Kindergarten, oder was? Jetzt werden die Kunden sogar noch nach der Kündigung verarscht?

Natürlich habe ich gleich bei Vodafone angerufen, die Sachlage genau geschildert und die von denen reflexartige Schuldzuschiebung auf die Telekom direkt zweimal abgeschmettert, mit dem Hinweis, dass im Internet natürlich nachzulesen ist, dass dieses Der-andere-hat-Schuld-Ping-Pong zwischen den beiden Medien-Riesen schon hunderte Kunden getroffen hat! Mal hat’s der eine verbockt, mal der andere.

Leute!!! Mir ist es scheißegal, wer es tatsächlich verbockt hat!!! Ich will nur wieder angerufen werden können!
Zieht euch also gefälligst den Schnuller aus dem Arsch und seht zu, wie Ihr den Fehler wieder korrigiert! Herrgottnochmal!!!

 

To be continued …

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Über AnGarasu

Ich (E30) bin gelernte Pixelschubse für Printmedien und gleichzeitig Bastelqueen. Beides unter einen Hut zu bringen fällt mir manchmal schwer, da mich die ganzen freilaufenden Irren in meinem Leben echt wahnsinnig machen. Als Selbsttherapie schreibe ich deswegen die skurrilsten Geschichten in "Devil Inside" und do-it-yourselfe ziemlich grobmotorisch zum emotionalen Ausgleich in der "Bastelhölle". Das nenne ich Multi-Tasking – live und in Farbe … Zeige alle Beiträge von AnGarasu

2 responses to “Gedisst – oder: Als Kunde von Telekom und Vodafone ist man immer gefickt

  • Helma Ziggenheimer

    Von Vodafone zu Telekom? Ist das nicht ein bisschen wie „vom Regen in die Traufe“? Aber okay, letztlich schießt jeder Anbieter seinen eigenen Bock, ich glaube, echten Kundenservice findeste bei keinem mehr.
    Dann hilft jetzt wohl nur noch Augen zu und durch und auf das Beste hoffen….
    Aber deine Tags zu diesem Post… köstlich, kann ich nur sagen 🙂

    • AnGarasu

      Natürlich ist die Wahl zwischen den Beiden für’n Arsch, aber wir müssen LTE haben, da die Kabel-Leitung nur DSL-Light hergibt. Neben Vodafone bietet nur die Telekom ein entsprechendes System an. Und: Bei der Telekom gibt es keine Volumengebgrenzung. Wir können soviel saugen, wie wir wollen. Das ging bei Vodafone nicht. Da sind wir ständig am Limit gewesen.
      So blieb uns nichts anderes übrig, als zu wechseln.

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