Archiv der Kategorie: Arbeit

Schräg

Freitagmittag.

AnGarasu sitzt an ihrem Arbeitsplatz und macht ihren Job. Die Kollegin ist im Urlaub, aber der Kollege ist da und lässt gefällige Musik laufen.

Aufgrund des gleichen Geschmackes kommt es immer wieder zu gemeinsamen Mitsummen. Als AnGarasu sich unbedachterweise zu enthusiastischem Mitpfeifen hinreißen lässt, bricht der Kollege augenblicklich über dem Schreibtisch zusammen. Vor lauter Grölen.

„Geil!“ jappst er atemlos. „Das ist echt zu geil. Du pfeifst ja total schräg! Aber so richtig schräg! Du kannst ja überhaupt keinen Ton halten.“ Er fällt vor Lachen fast vom Stuhl.

AnGarasu grinst breit. „Na und? Ist mir doch egal! Da stehe ich total zu.“

„Finde ich gut, dass du dazu stehst. Ist ja auch nichts, wofür man sich schämen muss. Ist aber echt lustig, dir dabei zuzuhören.“

„Tja, da musst du jetzt durch. Darfst halt keine guten Lieder laufen lassen. Und sei froh, dass ich nicht anfange mitzusingen. Das kann ich nämlich erst recht nicht!“

 

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6 Tage mit ohne Zwischenfall

Seit sechs Tagen bin ich nun schon wieder in Lohn und Brot.

Gestern morgen sagte einer beiden Chefs zu mir, er wohle mich mal eben sprechen. Ich soll schon mal ins Besprechungszimmer gehen.

Ohgottohgottohgottohgottohgott!!! Die wollen mich feuern!!! Ich hab bestimmt irgendeine Scheiße gebaut und fliege raus!!! Ohgottohgottohgottohgottohgott!!!

Ich muss mich fast übergeben vor aufsteigender Panik, schaffe es aber noch zu nicken und schleiche mit gesenktem Kopf in den Raum. In den drei Minuten, die ich auf Chef warten muss, dreht sich alles um mich wie im Karussell und mein Herz trommelt den Rythmus von Metallicas Be quick or be dead.

Dann kommt Cheffe rein, setzt sich mir gegenüber, grinst und sagt: „Dem Kunden hat dein Entwurf der Gutscheine so gut gefallen, dass er die gestern noch sofort bestellt hat und uns auch gleich noch mehr Sachen in Auftrag gibt. Darum kümmerst du dich dann in Zukunft. Scheinst ja den richtigen Style für diesen Kunden gefunden zu haben. Hier schon mal die nächste Bestellung von ihm …“

Der Rest geht im Ohrenrauschen der Erleichterung unter.


Inhaltsangabe

Seit einem knappen Jahr oder so könnte man meinen, dass sich der Inhalt meines Blogs rapide verändert hat. Wir erinnern uns: Ich bin seit über 15 Jahren ausgebildete Mediengestalterin und schreibe hier eigentlich hauptsächlich, weil ich seitdem in meinem Job nur die Deppen und Idioten dieser Brache an den Hacken habe und ein geistiges Ventil brauchte, um nicht zur Axtmörderin zu mutieren.

Leider hat mir genau dieser Sachverhalt letztes Jahr (eigentlich schon viel früher, aber ich bin anscheinend ein zähes Stück) das emotionale und seelische Genick gebrochen und ich hatte für alle sichtbar einen an der Waffel. (O-Ton einer Mitpatientin in der REHA, warum sie dort sei: „Weil ich einen an der Waffel habe.“ So wahr, my dear! Ich nämlich auch.)
Jedenfalls hat sich daraufhin hier fast alles verändert. Ich bin seitdem krank geschrieben, Zuhause und wegen Burn Out, Depressionen und noch ein paar anderen  … äh …  Zuständen in Therapie, was natürlich dazu führte, mit diesen Deppen und Idioten ganz wenig bis keinen Kontakt mehr zu haben. Nachdem ich direkt nach meiner Rückkehr aus der REHA kam und der Mitteilung an die Firma, dass ich auf nicht absehbare Zeit au bin, bekam ich direkt zwei aus der Luft gegriffene und rückdatierte Abmahnungen meines (noch) Chefs. Das bewog mich unter anderem, alle Texte, die mit meinem derzeitigen Arbeitgeber zu tun haben, aus Gründen mit einem Passwort zu versehen.

Seitdem schreibe ich hier fast ausschließlich in der Kategorie private sickness. Das könnte sich allerdings bald ändern, denn ich habe keinen sichtbaren an der Waffel mehr, sondern nur noch einen dauerhaften Sprung in der Schüssel, der mit ein wenig Vorsicht und rücksichtsvollem Handling gesellschaftlich akzeptabel sein dürfte.
Das führte nun dazu, dass ich heute *Trommewirbel* ein Vorstellungsgespräch für einen Halbtagsjob im Bürobereich habe! *Hier dramatische Pause für die Jubel- bzw. Entsetzensschreie der Leserschaft*
Diese Firma war nämlich so begeistert von meiner ach so kreativen Bewerbung – für Mediengestalterverhältnisse natürlich völlig unspektakulär –, dass die mich nach nur vier Stunden nach Verschicken der Mail anriefen und einluden. Der mögliche Verdienst ist natürlich ein Witz und niemand, der alleinstehend oder finanziell unabhängig vom Partner sein will, kann davon seine laufenden Kosten bezahlen, geschweige denn annähernd leben. Aber es ist ein Anfang. Und sei es nur, um wieder Übung in Vorstellungsgesprächen zu bekommen.

Also: stay tuned. Es könnte bald wieder böse werden …


Geschützt: Der Irrsinn hat einen Namen

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Geschützt: Firmen-Voodoo

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Geschützt: Von Blinden und Idioten

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Geschützt: Urlaubstraum – oder auch „Symptom #10“

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