Archiv der Kategorie: Held des Tages

Da, wo alles herkommt.

 

Es ist Mittwochabend und AnGarasu hat keine Lust etwas zu kochen. Also wird mal wieder beim örtlichen Lieferhelden bestellt. Dort ruft sie mindestens einmal in der Woche an und ist deswegen schon mindestens Platin-Stammkundin (Männe natürlich auch, aber der ruft ja generell nicht bei Restaurants an. Dafür hat er ja seine Alte.)

Aus generellem Interesse will sie dieses Mal wissen, woher der Lieherld denn wohl sein Geflügelfleisch bezieht. Sollte es nämlich vom WKriesenhof sein, käme ihr nix davon je in die Hütte. (Aus Gründen, die man u.a. bei Youtube sehen kann. Achtung, ist wirklich albtraumverursachend.)

Die junge Frau am Telefon ist bei dieser Frage sehr zuvorkommend und fragt drei Kollegen danach, die das leider auch nicht wissen, geht in die Küche, um die Herstellerverpackung zu suchen, findet sie aber nicht und geht sogar raus zu den Mülltonnen und wühlt darin. Aber leider ergebnislos, sie kann nicht sagen, woher das Fleisch kommt. Aber sie wird den Chef nachher fragen und dann dem Lieferhelden sagen, dass er das Ergebnis mitteilen soll. Alles klar.

Kurze Zeit später.
Einer der üblichen Lieferhelden (unter 20, dynamisch-fresh und mit viel Haargel gestylt) steht freudestrahlend vor der Tür und begehrt höflich, seine Ware los zu werden. Nachdem das Geld inlusive recht viel Trinkgeld den Besitzer gewechselt hat, fragt AnGarasu nach dem Fleisch.

AnGarasu: „Und? Hat Cheffe dir gesagt, wo das Geflügelfleisch herkommt?“

Der Held: „Nö? Der war noch gar nicht im Laden heute. Wieso?“

AnGarasu: „Weil wir das gerne wissen möchten und deine Kollegin nachfragen wollte, damit du uns das sagen kannst.“

Der Held: „Nee, weiß ich nich.“ Er zuckt bedauernd mit den Achseln. Dann leuchtet plötzlich eine Glühbirne über seinem Kopf auf. „Aber ich denke mal, dass das von da kommt, wo alles herkommt!“

Männe und AnGarasu halten vor Spannung den Atem an. Hoffentlich nicht Kriesenhof …

AnGarasu: „Und von wo wäre das?“

Der Lieferheld strahlt uns an und verkündet inbrünstig und völlig von sich überzeugt: „Na, aus dem Laden, natürlich! Woher sollte das sonst kommen?“

Nach zwei Sekunden des fassungslosen Schweigens kann AnGarasu wieder brüllen mit Sarkasmus um sich schmeißen sprechen.

„Na, vielleicht auch noch direkt vom Huhn oder der Pute, wenn man Glück hat. Haste in Biologie nicht aufgepasst, oder was? Fleisch wächst nicht in der Kühltheke!

 

Die Jugend von heute: der Anfang vom Ende. *wildesKrückstockgefuchtel*

 

Männe konnte AnGarasu übringens nur knapp davon abhalten, dem Typen hinterher zu laufen und das Trinkgeld zurück zu verlangen.

 

 

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Schräg

Freitagmittag.

AnGarasu sitzt an ihrem Arbeitsplatz und macht ihren Job. Die Kollegin ist im Urlaub, aber der Kollege ist da und lässt gefällige Musik laufen.

Aufgrund des gleichen Geschmackes kommt es immer wieder zu gemeinsamen Mitsummen. Als AnGarasu sich unbedachterweise zu enthusiastischem Mitpfeifen hinreißen lässt, bricht der Kollege augenblicklich über dem Schreibtisch zusammen. Vor lauter Grölen.

„Geil!“ jappst er atemlos. „Das ist echt zu geil. Du pfeifst ja total schräg! Aber so richtig schräg! Du kannst ja überhaupt keinen Ton halten.“ Er fällt vor Lachen fast vom Stuhl.

AnGarasu grinst breit. „Na und? Ist mir doch egal! Da stehe ich total zu.“

„Finde ich gut, dass du dazu stehst. Ist ja auch nichts, wofür man sich schämen muss. Ist aber echt lustig, dir dabei zuzuhören.“

„Tja, da musst du jetzt durch. Darfst halt keine guten Lieder laufen lassen. Und sei froh, dass ich nicht anfange mitzusingen. Das kann ich nämlich erst recht nicht!“

 


6 Tage mit ohne Zwischenfall

Seit sechs Tagen bin ich nun schon wieder in Lohn und Brot.

Gestern morgen sagte einer beiden Chefs zu mir, er wohle mich mal eben sprechen. Ich soll schon mal ins Besprechungszimmer gehen.

Ohgottohgottohgottohgottohgott!!! Die wollen mich feuern!!! Ich hab bestimmt irgendeine Scheiße gebaut und fliege raus!!! Ohgottohgottohgottohgottohgott!!!

Ich muss mich fast übergeben vor aufsteigender Panik, schaffe es aber noch zu nicken und schleiche mit gesenktem Kopf in den Raum. In den drei Minuten, die ich auf Chef warten muss, dreht sich alles um mich wie im Karussell und mein Herz trommelt den Rythmus von Metallicas Be quick or be dead.

Dann kommt Cheffe rein, setzt sich mir gegenüber, grinst und sagt: „Dem Kunden hat dein Entwurf der Gutscheine so gut gefallen, dass er die gestern noch sofort bestellt hat und uns auch gleich noch mehr Sachen in Auftrag gibt. Darum kümmerst du dich dann in Zukunft. Scheinst ja den richtigen Style für diesen Kunden gefunden zu haben. Hier schon mal die nächste Bestellung von ihm …“

Der Rest geht im Ohrenrauschen der Erleichterung unter.


This is the start of how it all ever ends …

 

 


iWald

Meine beiden Bücherregale platzen trotz regelmäßiger Ausräumaktionen langsam aus allen Nähten, also entschied ich mich nach jahrelanger Abneigung nun doch für ein Kidle PaperWhite. (Ja, ja, erzählt mir jetzt nix vom bösen Arbeitgeber Amazonas. Das weiß ich alles. Nicht umsonst heißt der Blog hier Devil Inside … vielleicht sollte ich ihn sogar in Evil Inside umbenennen …) Nachdem ich den ganzen Sonntag gegoggelt habe, habe ich mich schließlich dazu entschieden, mir aufgrund der zu oft vorkommenden Displayschwierigkeiten so ein Ding lieber live und in Farbe anzuschauen, bevor ich es kaufe.

Standen wir gestern also bei Medinamarkt in einem riesigen Einkaufszentrum rum. Männe zog es erstmal zu den Smartphones. Der angebissene Apfel hatte eine eigene Verkaufsinsel, genauso wie der koreanische Hersteller, der sich neuerdings auf Brandbomben spezialisiert hatte. Auf der dritten Insel lagen die ganzen Leprakranken restlichen Handyhersteller.

Als wir also die Alternativen zur Brandbombe begutachteten, kam plötzlich aus dem Nichts ein Verkäufer anmaterilisiert und fragte von sich aus (WTF?! Haben die tatsächlich einen Angestelltenüberschuss, dass die wirklich in Eigeninitiative auf den Kunden zugehen? Hexerei!!), wie er uns den helfen könne. (Bin immer noch traumatisiert deswegen … freiwillige Hilfe von Angestellten… unfassbar.)
Während die beiden also fachsimpeln, drehe ich mich noch mal zur Obstinsel um. Steht da inzwischen ein Rentnerehepaar und sieht sich die Nummer 7 sehr interessiert an.

„Was?“ schreit er plötzlich los und sieht entgeistert zu seiner Frau . „Tausendneunhundert Euro für ein Handy? Ich glaub, ich steh im Wald!!“

Sacht sie: „Quatsch, Tausendneunhundert. Tausendneunzig Euro! Lern lesen!“

Brummt er: „Ich steh trotzdem im Wald.“

 

Na, dann gehe ich mal die Axt holen.


Baking Bread

Manchmal ist es mit einem 16-jährigen Neffe schon ziemlich lustig, wenn man über Serien spricht und dabei die Titel unabsichtlich verballhornt.

Trotzdem will er mir was von „Legen … warte, gleich kommt’s … där!“ erzählen und weiß noch nicht mal, dass das aus „How I met your mother“ ist … Traurig. Dafür kennt er aber  jede Folge aus „Braking Bad“ und rezitiert ganze Szenen aus „Pirates of the Caribbean“ und „Life of Brian“. Ich habe gestern hart gelacht. Sehr hart.


Männerschnack

Immer, wenn Männe mich mit blöden Sprüchen wie „Wieso packst du deine Geschenke eigentlich nicht aus? Die stehen seit vier Tagen auf dem Tisch.“ erzürnt, obwohl ich ihm bereits zwei Mal erklärt habe, dass diese Geschenke nicht meine sind, sondern für Stadtkatzens Geburtstag, die ich noch verschicken werde, dann kommt ein paar Tage später eine Aussage, nach ich wieder weiß, warum ich seit 18 1/2″ Jahren mit ihm zusammen bin: „Du bist doch bei mir rechtsschutzversichert! Mach dir keinen Kopf! Wenn’s hart auf hart kommt, ziehen wir diesen Sklaventreiber direkt vor’s Gericht und machen den fertig! Bis zum bitteren Ende!“