Archiv der Kategorie: Katzenalarm

Monday – faulty connection …

 

hEF078D9C

via: brainstain101


Mai-Garten

 

 

Dieses Jahr sind wir im Mai noch lange nicht so weit wie im letzten Jahr.
Kaum etwas blüht, weil der späte Frost auch uns hart getroffen hat. Zusätzlich sind viele Teile meiner Frühlingsblüher stark dezimiert worden, da ich radikal gegen die übergreifende Gierschverschwörung vorgehen musste (Habe ich letztes Jahr aufgrund meiner Krankheit schleifen lassen, das rächt sich nun.) und dabei leider großer Kollateralschaden entstand. Außerdem haben wir die Zypresse in der Ecke und die Korkenzieherweide entfernt, weil beides trotz regelmäßigen Beschnitts einfach zu groß geworden war und viel Schatten auf die Rosen und Stauden warf. Dafür sind eine ganze Reihe neuer Sommerblüher eingepflanzt worden: Stockrose, Sommerflieder, Indianernessel, Phlox, Elfenspiegel, Ehrenpreis, Clematis und Sachen, deren Name ich natürlich wieder vergessen habe. Außerdem eine neue Sorte Fette Henne: kleinbleibend, mit roten Blättern und tollen Blüten im Herbscht.
Und wie immer wachsen wieder wunderschöne Blumen und Kräuter, die sich selbst ausgesät haben und die mich überraschen werden. Yay!

Wir schon noch ein schöner Garten werden!


Befreit den Kraken!

 

Wochenende. Es ist nachts um halb zwei. AnGarasu sabbert selig in ihr Kopfkissen.

Plötzlich kommt etwas mit vielen Gliedmaßen auf dem Boden lautlos ins Schlafzimmer geschlüpft. Es bahnt sich seinen glitschigen Weg über den Langflorteppich entlang, um unter dem Bett Deckung zu finden. Auf dem Bauch robbt es bis auf die andere Seites des Bettes und streckt vorsichtig den Kopf hervor, um die Luft zu scannen. Nur das leise Atmen des Menschen in diesem Raum ist zu hören. Auf dem Rücken zieht es sich bald in Zeitlupe am Bettrahmen in Lauerstellung, wartet auf den richtigen Moment und dann: Springt es wie aus dem Nichts auf das Kissen AnGarasus, landet auf ihrem Kopf, umklammert es mit seinen unzähligen Gliedmaßen, schiebt ihr eines davon sofort tief in den Hals, um ihre panischen Schreie zu ersticken, und würgt sie langsam zu Tode, während es ihr das Hirn erst in Brei verwandelt und dann genussvoll aussaugt.

Hektisch reißt AnGarasu ihren Kopf aus der Umklammerung des Todes und tastet keuchend nach dem Schalter der Nachttischlampe. Mit einem Satz das Bett verlassend dreht sie sich noch ein Mal um, um einen panischen Blick auf das Monster zu werfen, das soeben versucht hatte, ihr das Hirn bei lebendigen Leib auszusaugen … und blickt in die blinzelnden Augen des empörten Katers.

Der hatte es sich gerade erst auf den letzten freien 10 Quadratzentimetern des Kopfkissens gemütlich gemacht und seine langen Beine einfach über und unter ihren Hals geschoben – Woanders war ja kein Platz mehr, ey! – damit sich sein Bauch wie eine schnurrende Pelzmütze an den den warmen Kopf AnGarasus anschmiegen konnte. Beim Ausstrecken seiner Hinterpfote ist diese – Ganz aus Versehen natürlich! – in ihrem halboffenen Mund gelandet, während sich sein Schwanz elegant um ihren Hals kringeln konnte.

„Alter! Wer hat dir erlaubt, den Kraken zu befreien, häh?! Da bekommt das Wort Octopussy doch glatt ne ganz andere Bedeutung …“

Der Kater blinzelt nochmals unbeeindruckt, fängt an zu schnurren und rollt sich auf dem nun für ihn freigewordenem Kissen gemütlich zusammen.

 


PC-Mäuse sind out

 

img_1389

Der Trend geht zur PC-Katze


Katzenfutter für die Seele

 

img_1331

Wenn er schläft, ist er Hoshi (jap. „Stern“). Wenn er wach ist, herrscht hier „Battlestar Galactica“.

 


Nomen est Omen

Nachdem der Meisterkater gen Himmel gezogen ist und nur noch Die Rote aus der Hölle übrigblieb, haben Männe und ich beschlossen habe ich per Dekret verfügt, dass wir unsere Katzen auf die Anzahl von 3 (in Worten D-R-E-I) aufstocken. Als erstes kam die Schwarze direkt nach Weihnachten zu uns, und nun haben wir seit gestern auch noch einen weiteren Mitbewohner (die spannende Geschichte dazu vertelle ich demnächst).

Da dieser Jüngling derzeit noch ohne Namen ist, suchen Männe und ich auf allen möglichen Wegen nach einem passenden Omen, welches die Richtung vorgibt. Da ich ja eine ziemlich eindrucksvolle Macke habe, was die Namensgebung meiner Tiere angeht (welche mir von meiner Familie und dem Freundeskreis in regelmäßigen Abständen voller Ehrfurcht bestätigt wird), wird es auch dieses Mal etwas schwieriger, den richtigen zu finden.
Für meine Ratten hatte ich dereinst Magenta, Flash, Gordon und Schröder (ja, nach unserem werten Herrn Ex-Kanzler, wegen des glänzend schwarzen Hauptes Fells, obwohl ein Weibchen) ausgewählt und die Katzen, die ich seit meiner Jugend beherberge, hießen/heißen Lukretia (von den Borgias), Azrael (der Todesengel), Deacon (aus Blade), Buffy (The Vampire Slayer – man erkennt den starken Gothic-Faden), Teazy (aka Rumpleteazer aus Cats), Kyra (die Darstellerin aus The Closer), Neko und Yuki (ja, ja, die Narutophase).

Die Schwarze hat sich ihren Namen übrigens quasi selbst gegeben, da sie am dritten Morgen um 4.30 Uhr wie aus dem Nichts hinter dem Sofa hervor und völlig geräuschlos neben mir und der Roten hinterher durch die Terrassentür schoss und mirnichts dirnichts am Ende des Gartens stand, während ich vor Schreck fast einen Herzkasper erlitt.
Da war klar: Die ist ein wiedergeborener Ninja – schnell, lautlos, unsichtbar. Passt.
Japan, ick hör dir immer noch trapsen.

Für den Lüttschen käme derzeit entweder Mao oder King Louie in Frage – so wie der alles außer uns in Grund und Boden faucht. Allerdings müssen wir auch beachten, wie die Nachbarn auf solch gerufene Namen reagieren. Der Mark von hinter uns beömmelt sich nämlich lautstark über die Verballhornungen des Namens Teazy, die wir sehr gerne auch im Garten verwendet haben – Teazel und Teazeler.
Er hatte sogar die Chuzpe, mir das mitten ins Gesicht zu sagen! Dabei hätte er sich vor Lachen einfach still und leise auf dem Boden rollen können – so wie die anderen Nachbarn auch, wenn ich meine Katzen rufe …

Fun Fact: Männe heißt übrigens nicht Mark, da sich seine Mutter bei der Namensfindung ganz praktisch vorgestellt hatte, wie sie oben am Fenster steht und nach ihrem Sohn ruft. Mark. MARK. MARK!!! MAKMAKMAKMAK!!!
Sie wollte nicht wie eine Ente klingen.
Verständlich.

Meine Mutter hatte leider nicht so viel Weitsicht. Sie wählte einen Namen für mich, der wirklich, wirklich … ach, lassen wir das.


Mind the gap.

Die geneigte Leserschaft weiß ja bereits, dass wir kurz vor Weihnachten einen Todesfall in der Familie zu verzeichnen hatten und dem Kater-König leider über den Jordan helfen mussten.
RIP & unforgotten.

Nun bin ich ein Mensch, der die Trauer besser verarbeitet, wenn er eine gewisse Ablenkung erhält, um nicht zu tief in das Schwarze Loch zu fallen, das sich in solchen Augenblicken des Verlustes unter mir auftut. Deswegen war bereits vorher klar, dass wir uns eine neue Katze zulegen werden, sobald der Kater das Zeitliche segnet.

Am nächsten Tag habe ich also die Kleinanzeigen durchforstet und stieß auf eine 2jährige schwarze Wuschelkatze, die ein neues Zuhause suchte. Der Anzeigentext war sehr ausführlich und sympathisch geschrieben und enthielt alles, um mich zu überzeugen, dass die Besitzerin der Katze sehr um das Wohlergehen derselben besorgt ist. Also schrieb ich abends nach 20 Uhr eine Mail, in der ich Männe, mich und die letzte Katze kurz vorstellte und unser Zuhause samt Umgebung umriss.
Nach wenigen Minuten wurde ich direkt von ihr zurück gerufen und es entspann sich mit der jungen Dame Anfang 20 ein sehr nettes Gespräch, dass mich auf Erfolg hoffen ließ.

Zwei Tage später fuhr ich wie verabredet die 20 Kilometer zu ihr und der Katzendame, um mir diese anzusehen und zu prüfen, ob es zwischen uns funkt. Das Mädchen lebt auf einem großen, zu vielen Wohneinheiten ausgebauten Bauernhof mit ihren Pferden und ist ein typischen Reiter-Girlie, bei dem sich alles nur um die Tiere dreht. Sie hat noch einen Problemfall-Schäferhund-Mix und einen Kater, welche beide die schwarze Katze nicht besonders leiden können. Deswegen muss sie sie nun leider nach nur sechs Monaten wieder abgeben, weil sie so keinem der drei Tiere gerecht werden kann.

Der Funke springt wie erwartet über und ich sage nach 10 Minuten fest zu, die Katze gegen eine Schutzgebühr von 120 Euro (die ich auch in unserem Tierheim hätte bezahlen müssen) noch vor Weihnachten übernehmen zu wollen. Sie könne gerne – wie in der Anzeige verlangt – bei uns vorher noch vorbei kommen und unsere Wohnung anschauen, damit sie sicher ist, dass die Katze es bei uns wirklich gut hat. Das Mädchen stimmt zu und will dann die Katze Heiligabend-Vormittag vorbeibringen, um sich dabei auch gleich ihr neues Zuhause anzusehen.
Plötzlich wird sie bleich und fängt vor Schuldgefühlen fast an zu weinen. So schnell hatte sie nun nicht mit dem Abschied gerechnet. Ich verstehe sie natürlich vollkommen – bin ja entgegen der landläufigen Meinung kein Unmensch – und schlage vor, dass sie sich ein paar Tage Zeit nehmen soll, um alles zu überdenken. Es wäre auch nicht schlimm, wenn sie die Katze jetzt doch behalten will. Das sei kein Problem für mich, versichere ich ihr mehrmals, da ich ihre Zweifel vollkommen nachvollziehen kann. Menschen wie wir geben ein Tier nicht leichtfertig ab, wenn wir erst einmal Verantwortung dafür übernommen haben. Sie stimmt meinem Vorschlag erleichtert zu und will spätestens am 23. Dezember abends anrufen und Bescheid sagen, wie sie sich entschieden hat.

Wer ruft am 23. nicht an oder schreibt wenigstens ’ne Mail? Richtig.
Männe und ich sind natürlich enttäuscht und werten das Schweigen aus jahrelanger Erfahrung als ein „Nein“. Die Katze ist für uns abgehakt.
Am nächsten Vormittag trudelt plötzlich eine Mail von dem Mädchen ein: Sie sei krank und könne die Katze heute nicht vorbeibringen. Ob wir ab dem 26. Dezember Zeit hätten. Sie würde sich doch gerne vorher noch unsere Wohnung anschauen wollen, bevor sie sich entgültig entscheidet.

Watt? denken wir, das war aber anders abgesprochen. Nun gut, die Katze kann nix dafür, also 2. Versuch. Ich antworte sofort, dass wir das gerne so machen können und sie auch direkt am 26. (was der 2. Weihnachtstag war!) vorbei kommen kann. Sie solle mich bitte anrufen, um den genauen Termin abzuklären

Wer antwortet wieder nicht? Richtig.
Zweieinhalb Tage komplette Funkstille. Wir fühlen uns ein zweites Mal verarscht und sind jetzt echt angefressen. Männe hat schon gar keinen Bock mehr auf den Kram und für ihn ist die Sache direkt erledigt. Am Tag nach Weihnachten (27. Dezember) rufe ich allerdings aus reiner Verbohrtheit morgens das Mädchen an. Das nachfolgende Gespräch hatte ich so nicht erwartet, obwohl ich extra freundlich gesprochen habe.

„Moin, hier ist AnGarasu. Ich rufe wegen der Katze an.“

„Guten Morgen. Was gibt’s?“

„Ich wollte mal wissen, was jetzt Sache ist. Du hast ja weder wie abgesprochen am 23. angerufen, noch dich auf meine beiden Antwortmails von Heiligabend gemeldet. Deswegen gehe jetzt davon aus, dass du dich gegen uns entschieden hast? Ich möchte nur sicher gehen.“

„WAS? Nein, ihr sollt die Katze kriegen. Das ist doch klar!“

„Ach? Das hast du uns aber nicht mitgeteilt. Deswegen wäre es nett gewesen, du hättest uns Bescheid gesagt oder wenigstens auf meine Mails reagiert. Dein Schweigen haben wir jetzt als ein Nein interpretiert und gehen davon aus, dass wir die Katze nicht bekommen.“

„WAS?! Ich glaub es nicht! Was soll das? Ich kann nicht glauben, dass ich mich jetzt rechtfertigen soll, nur wenn ich auf Mails nicht sofort reagiere. Es war Weihnachten! Da habe ich ja wohl besseres zu tun, als vor dem PC zu sitzen und deine Mails zu beantworten!“

„Äh, wie bitte? Ich dachte, du bist krank und Zuhause.“

„Das ist doch wohl meine Sache, ob ich dir gleich antworte oder nicht. Es war immerhin Weihnachten. Da werde ich meine Zeit sinnvoller nutzen! Und überhaupt, in welchem Ton ich mich hier von dir ansprechen lassen muss!“

„Wie bitte? Ton? Das ist kein Ton. Das ist meine normale Stimme. Du hast hingegen gerade einen ganz schönen Ton mir gegenüber drauf, Mädchen! Du willst ein neues Zuhause für deine Katze und hast nicht wie besprochen am Freitag angerufen! Du hast Heiligabend – was im Übrigen auch Weihnachten ist! – sehr wohl vor deinem PC gesessen und eine Mail an uns geschrieben, in der du dich auch nicht an die Absprache hälst. Du hast den 26. Dezember selbst vorgeschlagen, was der 2. Weihnachtstag ist, und dann meldest du dich wieder nicht. Was soll ich deiner Meinung nach also denken, wenn du Heiligabend ne Mail schreibst und den 2. Weihnachtstag für ein Treffen vorschlägst? Dass du Weihnachten Zeit hast, ganz einfach! Ich habe mit meiner Zeit an diesen Tagen auch besseres anzufangen, als nach der Pfeife eines unentschlossenen Mädchens zu tanzen, die meint, dass nur sie den Ton bestimmt! Es geht hier um Absprachen, die du nicht einhälst, und aus jahrelanger Erfahrung mit den Kleinanzeigen, die du aufgrund des Altersunterschiedes zu mir noch nicht hast, heißt Schweigen immer Nein.“

„Ich kann nicht glauben, dass ich mich so von dir anmachen lassen muss!“

„Ja, da hast du vollkommen Recht. Das musst du auch nicht. Und ich mich auch nicht von dir. Und wir müssen auch die Katze nicht nehmen. Ganz einfach. Thema erledigt. Viel Spaß beim Suchen nach neuen Besitzern, die nach deiner Pfeife tanzen. Wir tun es nicht.“

„WAS? NEIN!!! Oh, Gott! Ihr sollt die Katze ja bekommen! Das war doch schon letzte Woche klar! Oh, Gott! Ich glaub’s nicht! Klar, kriegt ihr die Katze. Wir beide müssen ja nicht die besten Freunde sein, Hauptsache die Katze hat es bei euch gut!“

„Ach tatsächlich?“

„Ja!“

„Gut, das sehe ich dann genauso.“

„Wann habt ihr Zeit? Ich würde mir eure Wohnung vorher noch anschauen und dann könnt ihr die Katze holen. Ginge es sogar heute?“

„Ja, das geht. Wann möchtest du vorbeikommen?“

„In drei Stunden? Ist das ok?“

„Ja, das klingt gut. Bis dann.“

„Bis dann.“

 

Die Generationenlücke der normalen Höflichkeit im Umgang miteinander. So schön.