Archiv der Kategorie: Kotztüte

Tears of ice and fire

Achtung: GoT-Staffel-7-Spoiler!

 

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich wie eine Fontaine losheule, wenn weiterlesen

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Solidarisch Rücken

Long time not see.

Da liegt daran, dass mein neuer Job so gut ist, dass ich derzeit eigentlich gar nicht Böses zu verbloggen habe. Heute ist der erste Tag meines ersten Urlaubes und ich vermisse die Leute auf Arbeit! Hatte ich in 17 Jahren Berufstätigkeit noch nie! NIE!!! Die sind alle so nett und die Arbeit macht so einen Spaß, ich werde gewertschätz und beinahe jeden Tag für mein Engegemant und Können gelobt. Ich fühle mich wie im Traum!

Um so merkwürdiger ist es, dass ich scheinbar aus reiner Solidarität mit der Stadtkatze seit Donnerstagmorgen auch Rücken habe. Es begann mit einem leichten Muskelziehen, das sich am Freitagabend zu einem veritablem Schmerz ausgearbeitet hatte. Es ist zwar kein Hexenschuss, aber immerhin eine böse Muskelverkrampfung, die mich am WE ganz schon ausgebremst hat. Der WE-Putz am Samstag hat mir dann den Rest gegeben und die Wärmflasche war bis gestern Abend meine beste Freundin (Sorry, Stadkatze.). Wobei ich eigentlich nicht Mimimi singen dürfte, denn immerhin hat die Stadtkatze viel mehr mit ihrem Rücken vor Kurzem zu ertragen gehabt als ich derzeit. Nämlich echten Hexenschuss und eine neue-Hausarzt-finde-Odysse hinter sich, dass selbst Odysseus auf der Treppe sitzend geheult hätte, wenn er ebenso unverschämt von einer Sprechstundenhilfe bei akuten Schmerzen abgewiesen worden wäre, wie es meiner BF passiert ist.

Als sie mir das erzählte, wäre ich am Liebsten zu der Praix gefahren und hätte die Qualle quer über den Tisch gezogen und ein paar Mal auf den Boden gedribbelt! Dass es sowas in Deutschlang überhaupt gibt! Unfassbar!

Aber ich will der Stadtkatze nicht vorgreifen, deswegen hier nur mein tiefstest Mitgefühl (im wahrsten Sinne des Wortes) für ihre Situation.


Stock und Stein bricht mir das Bein …

… aber Worte tun nicht weh?

Manchmal klickst du dich nichts ahnend durch seine Blogroll und stolperst plötzlich über einen Text, der dich wie der Blitz trifft.

BÄMM!

Eingeschlagen. Und zwar in dich.
Dann sitzt du wie paralysiert vor dem Rechner und starrst mit blinden, tränenschwimmenden Augen auf diesen Text, der dich gerade mitten ins Hirn, Herz, oder was auch immer getroffen hat, und bist direkt in die Vergangenheit katapultiert worden.

Sätze, die schon lange in deinen Erinnerungen unter Tonnen von emotionalem Beton von dir begraben wurden, hallen überwältigend laut in deinem Kopf wider. Und während sie immer lauter und lauter auf dich einbrüllen, wirst du immer kleiner und kleiner …

„Sie sind eine totale Versagerin! Sie können noch nicht mal die einfachsten Gleichungen lösen. Sie werden es in ihrem Leben zu nichts bringen. Niemals!“
(Mathelehrerzitat während der Oberstufe)

„Du bist hässlich.“
(Kindermund diverse Male)

„Du bist zu fett. Mit dir spielen wir nicht.“
(Kindermund diverse Male)

„Du bist zu vorlaut.“
(Lehrer- und Chefzitat)

„Sie sind einfach zu selbstbewusst für Ihr Aussehen.“
(Arbeitsamtsachbearbeiter- und Chefzitat)

„Du tust immer, als wüsstest du alles, aber in Wirklichkeit kannst du nichts.“
(Kolleginnenzitat während der Ausbildung)

„Auf dem Foto sehen Sie aber viel hübscher aus.“
(Kundenzitat nach der Ausbildung)

„Ihre schöne Stimme passt gar nicht zu Ihrem Aussehen.“
(Kundenzitat während und nach der Ausbildung)

„Eine hübsche junge Frau würde die Männer hier nur vom Arbeiten abhalten. Deswegen haben wir Sie eingestellt.“
(Chefinnenzitat)

„Du schiebst die Schuld immer auf andere.“
(Chefzitat)

„Stell dich nicht so an.“
(Familien- und Chefzitate)

Auch Nieselpriem kennt diese Stimmen. Bei ihr ist es aber wenigstens dennoch gut ausgegangen. Weil es immer wieder Leute gab, die sich für sie einsetzten, ihr Zuspruch gaben und sie auch eine große Portion Glück hatte.

Ich hingegen nicht.


Gedisst – oder: Als Kunde von Telekom und Vodafone ist man immer gefickt

 

Es hat schon seine sehr, sehr guten Gründe, warum wir auf dem platten (platt, platter, am plattesten) Land leben.  Ein schneller Internetanschluss gehört leider nicht dazu.

Deswegen waren wir auch extrem dankbar, als Vodafone vor ein paar Jahren seine Vertreter flächendeckend losschickte, um die neue LTE-Funktion anzupreisen. Bei uns waren sogar zwei verschiedene Vertreter innerhalb einer Woche da! Wir haben dem ersten vor Freude schluchzend die Füße geküsst und ihm mein Erstgeborenes dargeboten sofort beim ersten Angebot dankbar zugeschlagen, da die Telekom bis dato leider nur DSL-Light bei uns zur Verfügung stellen konnte. Im Vergleich kam man sich wirklich wie in der digitalen Steinzeit vor.

Sechs Jahre lang waren wir nun Kunde bei diesem Verein. Am Anfang waren wir auch trotz der sehr hohen Kosten zufrieden, doch leider stellten sich nach und nach echt nervige Fehler ein, die wir am Ende nicht mehr ignorieren konnten. Auch der zweimalige Austausch des Routers brachte keine Besserung. Nachdem dann mehrfach und sogar für 21 Tage lang am Stück, Telefon und Internet alle paar Minuten teilweise über Stunden hinweg ausfielen, reichte es uns. Wir kündigten im Dezember 2016 fristgerecht zum 12. April diesen Jahres und beantragten zeitgleich bei der Telekom einen DSL-LTE-Hybrid-Vertag. Die Kündigungsbestätigung flatterte auch prompt ein paar Tage später per Mail ins Haus und wir hofften, alles würde gut werden.

Aufgrund technischer Unvorhersehbarkeiten musste unsere Wohnung noch an den Telefon-Verteilerkasten des (6-Parteien) Hauses angeschlossen werden, da das vor ein paar Jahren, als alles aktualisiert wurde, vergessen worden war. Stattdessen hat eine Wohnung zwei aktuelle Anschlüsse bekommen, wir aber keinen. Das sollte aber erst am 20. April geschehen, da dann der Telekomtechniker in der Nähe wäre. Das heißt, wir wären dann für acht Tage ohne Festnetz und Internet. Ärgerlich, aber überlebbar, da Männe seinen 8GB-Handyvertrag als Hotspot zur Verfügung gestellt hätte.

Ich schreibe extra hätte, weil er das nicht tun musste. Denn wie ich am 12. und auch wundersamerweise am 13. April feststellte, funktionierte immer noch alles einwandfrei.
Nanu? Was war da denn los? Haben die unsere Kündigung etwa vergessen?
Ich da angerufen, die Sachlage der freundlichen Dame geschildert und die meinte, ja, Kündigung ist aktuell und im Laufe des Tages würde alles abgeschaltet werden.

Am 20. April lief immer noch alles. Ich Böses ahnend, nochmals angerufen: In Dubai erzählt mir daraufhin eine Dame aus dem Callcenter, dass leider, leider gar keine Kündigung eingetragen wäre und der Vertrag sich deswegen automatisch bis zum 12. April 2018 verlängert habe. Da könne man auch leider, leider nichts machen …

WTF?????!!!!!!!
Ich sofort dazwischen gegrätscht.

Moooment mal, gute Frau! Ich habe hier aber im Dezember 2016 eine Bestätigung Ihres Vereins erhalten, in der sehr wohl drinsteht, dass zum 12. April 2017 alles gekündigt wurde. Wie kann es sein, dass sich dann der Vertrag automatisch verlängert, häh? Muss ich einen Anwalt wegen Betruges einschalten, oder wie?“

„Äääähhh … in diesem Fall verbinde ich sie am besten direkt mit der Kündigungsabteilung.“ *tuuuuut*

Ja, nee. Is klar.
Ende vom Lied: Es tut Vodafone in Deutschland wirklich extrem leid, aber da ist wohl im System was schief gelaufen, natürlich gelte meine Kündigung, der Vertrag verlängere sich nicht, nur das Datum würde sich systembedingt auf den 26. April ändern. Danach ist dann aber wirklich Schluss.

OK, damit konnte ich leben. Immerhin hatten wir so noch bis zum 20. April unser Tor zur Welt.

Gestern dann rief ein Kumpel von Männe auf seinem Handy an und teilte uns mit, dass wir seit Tagen per Festnetz nicht mehr zu erreichen wären. Ob wir unsere Nummer gewechselt hätten?
Natürlich haben wir das nicht.
Aber seltsamerweise hörten sowohl Männe als auch ich, als wir über unsere Handies unsere Nummer anriefen, den Satz: „Diese Rufnummer ist nicht vergeben.“
Äh, watt?
Wieso war hatte dann erst am Nachmittag mein Versicherungsmensch mich über Festnetz erreicht? Störung bei der Telekom? Router abgeschmiert?

Als erstes habe ich den Router neugestartet, doch das Problem blieb. Heute Morgen war es immer noch da. Ich bei der Telekom angerufen und 45 Minuten mit dem sehr hilfsbereiten Techniker telefoniert, rumprobiert, neugestartet, umgestellt, Leitung geprüft usw. Wenn er den Testanruf gemacht hat, kam er durch. Wenn wir raustelefoniert haben, funktionierte auch alles. Nur wenn wir mit unseren Handies anriefen, die über das D2-Netz laufen, passierte: nichts.

A-ha!

„Wir waren bis vor Kurzem noch LTE-Kunde bei Vodafone. Jetzt sind wir bei der Telekom. Männes Kumpel ist aber Vodafone-Kunde, genauso wie wir mit unseren Handies. Gibt es da etwa einen Zusammenhang?“

„Dazu darf ich Ihnen leider nichts sagen“, kommentiert der Telekomtechniker vielsagend meine Vermutung, „aber bei uns liegt das Problem nicht. Sie sollten sich mal mit Vadafone in Verbindung setzen und dort das Problem schildern. Womöglich ist bei der Portierung der Rufnummer noch eine System-Sperre aktiv. Das kann schon mal vorkommen.“

„Wollen Sie damit sagen, Ex-Kunden werden von dem Laden gedisst, wenn man zur Telekom wechselt?“

„Wie gesagt: Dazu darf ich leider keine Auskunft geben.“

Sach mal! Wo sind wir denn hier? Im Kindergarten, oder was? Jetzt werden die Kunden sogar noch nach der Kündigung verarscht?

Natürlich habe ich gleich bei Vodafone angerufen, die Sachlage genau geschildert und die von denen reflexartige Schuldzuschiebung auf die Telekom direkt zweimal abgeschmettert, mit dem Hinweis, dass im Internet natürlich nachzulesen ist, dass dieses Der-andere-hat-Schuld-Ping-Pong zwischen den beiden Medien-Riesen schon hunderte Kunden getroffen hat! Mal hat’s der eine verbockt, mal der andere.

Leute!!! Mir ist es scheißegal, wer es tatsächlich verbockt hat!!! Ich will nur wieder angerufen werden können!
Zieht euch also gefälligst den Schnuller aus dem Arsch und seht zu, wie Ihr den Fehler wieder korrigiert! Herrgottnochmal!!!

 

To be continued …


Schandbaum

 

Irgendwann mal schrieb selbst ich über das ländliche Ritual des Maibaumes in unseren Landen. Dass ich nie einen bekommen habe und jahrelang recht betrübt darüber war. Seit ich aber das hier las, bin ich hingegen sehr, sehr froh darüber keinen vor dem Fenster gefunden zu haben.

Manche Menschen … echt ey.

 


Ad (In)Finitum

Die aufmerksame Leserschaft dürfte noch im Hinterkopf haben, dass Männe und ich uns ein hübsches Plätzchen für die Ewigkeit aussuchen wollen. Da wir dieses Jahr 20 Jahre zusammen sind (unverheiratet in Sünde und stolz drauf! Jawollja!), haben wir uns gedacht, dass wir mit unserer Tradition brechen und diesen speziellen Tag schöner begehen als sonst. Soll heißen, dass wir uns nicht nur was Leckeres vom Italiener holen oder schön zum Chinamann unser Wahl gehen. Zusätzlich gehen wir in den Wald und kommen nie mehr zurück und besichtigen ein Bäumchen, an dessen Wurzeln wir dereinst in trauter Zweisamkeit (mit ein paar Nachbarn, sollte es ein Gemeinschaftsbaum werden) zur letzten Ruhe gebettet werden.

Nun verhält es sich allerdings so, dass Männes Eltern seit langer Zeit ein Familiengrab mit Kapazität für 5 Personen haben. Derzeit bereits anteilig belegt mit Omma und Oppa. Wer rechnen kann, weiß: Platz wäre demnach noch für 3 tote Menschen in Särgen. (Zur Definition „tote Menschen“ zählen leider keine Vampire oder Zombies. Habe ich natürlich gleich in der Friedhofssatzungverordnung  nachgeschlagen.) Dumm nur, dass noch  mindestens 4 Leute aus der Familie übrig sind, sprich unter den Lebenden weilen, aber irgendwann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit doch mal tot umfallen werden. Dazu zählen Männe, sein Bruder, dessen Frau und ich.

Auf dieses Dilemma kurz vor Weihnachten beim Kaffeetrinken angesprochen – als Konsequenz zur Ankündigung, uns dann mal im Friedwald beerdigen lassen zu wollen –, ergab sich folgender (für Unwissende verstörender, für uns aber selbstverständlicher) Dialog zwischen Schwiegermonster und mir.

„Nein! Das kommt gar nicht infrage! Mein Sohn wird nicht auf einem gottlosen Acker verscharrt! Egal, wie viele Bäume darauf stehen! Er kommt mit uns ins Familiengrab. Immerhin hat er ja keine Familie, so wie sein Bruder. Deswegen gehört der letzte Platz ihm.“

„Ach? Und was bin ich? Hühnerleber? Nach 20 Jahren und zwei durchgestandenen Krebserkrankungen bin ich ja wohl auch seine Familie.“

„Sei nicht albern. Ihr seid nicht verheiratet, habt keine Kinder und von mir aus kannst du dich beerdigen lassen, wo du willst. Ist mir egal. Aber Männe kommt zu uns auf den Friedhof! Wenn es sein muss, verfüge ich das im Testament.“

„Kannst du gerne machen, liebe B. So wie es aber derzeit aussieht, werdet ihr beide lange Zeit vor uns sterben. Und dann werdet ihr gar nicht mehr mitkriegen, ob Männe irgendwann bei euch im Grab liegt. Ätsch! Da kannst du als Geist bei uns noch so sehr poltern – wir suchen uns unsere Ruhestätte immer noch selber aus. Da hast du gar nichts zu bestimmen.“

„Das werden wir noch sehen!“

Das glaube ich allerdings auch.

Zufällige Axtmorde sollen wohl sehr verbreitet sein …


Living on the edge

 

An mir wurde gestern von einer Bekannten, die 6 Jahre jünger ist und zwei kleine Kinder hat, etwas praktiziert, was sie wohl für liebevolle Strenge hält. So als wäre sie meine Mudda.

Schwanke nun zwischen amüsierten Gelächter und spontanem Axtmord.

Immer diese Entscheidungen.