Archiv der Kategorie: Lohn und Brot

6 Tage mit ohne Zwischenfall

Seit sechs Tagen bin ich nun schon wieder in Lohn und Brot.

Gestern morgen sagte einer beiden Chefs zu mir, er wohle mich mal eben sprechen. Ich soll schon mal ins Besprechungszimmer gehen.

Ohgottohgottohgottohgottohgott!!! Die wollen mich feuern!!! Ich hab bestimmt irgendeine Scheiße gebaut und fliege raus!!! Ohgottohgottohgottohgottohgott!!!

Ich muss mich fast übergeben vor aufsteigender Panik, schaffe es aber noch zu nicken und schleiche mit gesenktem Kopf in den Raum. In den drei Minuten, die ich auf Chef warten muss, dreht sich alles um mich wie im Karussell und mein Herz trommelt den Rythmus von Metallicas Be quick or be dead.

Dann kommt Cheffe rein, setzt sich mir gegenüber, grinst und sagt: „Dem Kunden hat dein Entwurf der Gutscheine so gut gefallen, dass er die gestern noch sofort bestellt hat und uns auch gleich noch mehr Sachen in Auftrag gibt. Darum kümmerst du dich dann in Zukunft. Scheinst ja den richtigen Style für diesen Kunden gefunden zu haben. Hier schon mal die nächste Bestellung von ihm …“

Der Rest geht im Ohrenrauschen der Erleichterung unter.


I call back

AnGarasu sitzt gerade glückselig in ihrem nagelneuen Auto und fährt durch die Innenstadt ihrer Kreisstadt, als ihr Handy klingelt. Verbunden mit dem Entertainmentcenter des Wagens, nimmt sie den Anruf aus Jux an, weil sie gleich mal testen will, wie gut die integrierte Freisprecheinrichtung funktioniert.

Is doch glatt einer ihrer beiden neuen Chefs dran.

„Garasu!“

„Hallo Frau Garasu! Hier … Chef 2. Ich … mal … hören, ob  … geklappt hat.“

… oder so ähnlich.

Verdammt, leider funktioniert die Anlage nicht so gut, wie sie gehofft hatte, denn man kann kaum was aus den Lautsprechern hören. Ist aber gerade mitten am Fahren und kann nicht das Handy ans Ohr halten.
Was macht man also? Man brüllt und täuscht vor.

„Oh, äh, hallo! Sorry, habe gerade ganz schlechten Empfang. Kann ich sie gleich zurückrufen?“

„Gerne.“

… oder so ähnlich.

Während sie den Anruf beendet, öffnen sich die Schleusen zu ihrem Adrenalinstausee. Ohgottohgottohgottohgott! Was wollen die? Wollen die den Job wieder absagen? Habe ich einen Fehler gemacht? Haben die mit meinem Ex-Chef gesprochen? Aaaarrrggh!

Mit beiden Händen das Lenkrad fest umklammert, visiert sie schnell den nächsten Pakplatz an, schießt rein in die Lücke und zückt ihr Handy. Was ihr natürlich erst mal aus der Hand und in den Fußraum rutscht. Fluchend angelt sie elefantengleich danach und wählt zitternd die Rufnummer ihrer neuen Firma.

„Chef 2.“

„Hallo, hier ist Frau Garasu. Was gibt’s denn?“

„Ach, ich wollte nur mal fragen, ob Sie schon was wegen der Kündigung bei Ihrer alten Firma gehört haben und ob es beim 1. Juni bleibt.“

Ächz. Aufatmen.

„Ja, nee. Kündigung ist eingereicht, die sind einverstanden und es bleibt beim 1. Juni.“

„Das ist ja super! Mehr wollte ich gar nicht wissen. Dann noch eine schöne Zeit und wir sehen uns am Ersten! Wir freuen uns, bis dann!“

 

Sie mal einer an. Es kann also auch schöne Telefonate mit einem Chef geben. Gut zu wissen.

 


Neues Spiel? Neues …

… Glück?

Oder doch Pech? Wer weiß. Aber auf jeden Fall habe ich einen neuen Job.

Zum 1. Juni soll’s losgehen. Teilzeit als Mediengestalterin – und NUR als Mediengestalterin.
Kein Drucken mehr, keine kaufmännischen Aufgaben, kein Konfektionieren und keine Abteilungsleiteraufgaben. Und das alles bei nur 70% des eigentlichen Gehaltes in einer 45 Stundenwoche.
Stattdessen nur noch 30 Stunden die Woche an 5 Tagen, von 8 bis 14 Uhr. So wie ich es mir vorgestellt habe. In einer kleinen Werbeagentur 20 Autominuten entfernt. Leute nett, Gebäude nett, Kunden nett, Aufgabengebiet nett, Urlaub ok, Geld naja.

Zuerst waren die wegen meiner Hintergrundgeschichte, die ich denen nach dem Vorstellungsgesprächs bei der Einladung zum Probearbeiten wahrheitsgemäß offen legte, sehr geschockt und arg im Zweifel, ob ich gesundheitlich belastbar wäre, dennoch haben mein Können und meine Berufserfahrung überzeugt, die ich unbedingt mit neuen Ideen einbringen soll.

Bleibt nur noch die Kündigung bei meiner alten Hölle Firma. Ich habe denen per Mail schon mal vorab Bescheid gegeben, dass ich zum 31. Mai weg sein werde. Waren sie total mit einverstanden. (Ach, echt?)
Männe hat den Schrieb dann abends auf dem Weg zur Arbeit bei denen in den Briefkasten geworfen. Mit ausführlichem Handyvideo, nur falls die mir erzählen wollen, die hätten den angeblich nicht gekriegt. So plietsch bin ich ja nun auch.
Jetzt warte ich auf die Bestätigung. Hab noch ein paar kleine Forderungen gestellt, von denen mir die allermeisten auch zustehen, laut Nachfrage bei der Gewerkschaft. Wahrscheinlich hauen die mir trotzdem noch ein paar böse Steine in den Weg, aber das werde ich auch überleben.

Und dann heißt es:

Fuck off!


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Symptom #ichzählnichtmehr

Ich mache Kartoffel-Blumenkohl-Gratin zum Abendessen. Männe schält die Kartoffeln vor, dann übernehme ich den Rest.

Wasser in den Topf, Fix, Gewürze, Kräuterfrischkäse und Parmesan rein. Herd und Ofen einschalten, Blumenkohl entblättern, Röschen abbrechen und rein in den Topf. Kartoffeln ohne Unfall mit dem V-Hobel scheibeln, hinterher damit, Deckel drauf und köcheln lassen. Genervt merken, dass ich vergessen habe, das Hackfleisch aufzutauen. Also aus der Froste holen und ab in die Mikrowelle. Derweil immer wieder umrühren und nebenbei eine dicke Porreestange waschen und in Ringe schneiden, auf einen Teller häufeln, zur Seite stellen. Mal eben schnell den Geschirrspüler einräumen und Wäsche weglegen. Im Topf rühren, Pfanne auf den Herd und Hackfleisch rein. Im Topf rühren, Herd runterdrehen. Hackfleisch krümelig braten, dann Kruste ansetzen lassen. Währenddessen mal eben vor den Computer, ein paar Blog-Feeds lesen. Zurück in die Küche, Weißwein zum Ablöschen ins Hack, kurz genüsslich schnuppern, dann alles im Topf zusammenkloppen und in zwei Auflaufformen füllen. Gerieben Käse aus dem Kühlschrank holen, Tüte aufschneiden, mit dem Inhalt rumsauen und dann über dem Gratin verteilen. Ohne mich zu verbrennen beides in den Ofen stellen und die Arbeitsplatte abwischen. Den Lappen auswaschen und dabei den Blick nach Links schweifen lassen. Anschließend den Lappen wutentbrannt in die Spüle feuern und dabei so laut „NEIIINNN! ICH IDIOT!“ brüllen, dass Männe sich genötigt sieht, hurtig in die Küche zu laufen und zu fragen, was los sei. Mit zusammengepressten Lippen stumm auf den vergessenen Haufen Porree zeigen, der schon die ganze Zeit nur einen Hauch entfernt neben dem Herd steht und sich frustriert die Haare raufen, während Männe wortlos die Küche verlässt, weil er weiß, wann es lebensgefährlich wird, blöde Sprüche zu reißen. Zähneknirschend nochmal die Pfanne aus der Spüle holen, Herd einschalten und Porree rein werfen, um ihn anzudünsten und später beim Essen unter das fertige Gratin zu mischen.

Ich brauch echt Urlaub.


Geschützt: The Voice

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Geschützt: Einfach kein Timing

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