Archiv der Kategorie: Zeitarbeit

Schluss. Aus. Vorbei.

Sommer 2010: Heute war der letzte Tag. Ich bin ja so froh. Meine Füße machen drei Kreuze im Kalender.


Créme

Sommer 2010: In der Krankenhausküche stehe ich 6 Stunden am Tag am Portionierband, an dem die Tabletts für die Patienten bestückt werden. Die Raumtemperatur beträgt 10 ° C, die Schiebetüren sind aus schwerem Metall und mit Gummidichtungen versehen, die sich fest ansaugen. Dadurch lassen sich die Türen oft nur mit viel Kraft und beiden Händen öffnen.
Wenn das Band läuft heißt es hetzten, hetzen, hetzen, da das Band nur so wenig wie möglich stehen bleiben darf. Das würde zu viel Zeit kosten, da drei Mahlzeiten am Tag fertig gemacht werden müssen.

Am Donnerstag war ich das erste Mal für den Nachschub aller Speisen und Getränke zuständig und musste neuen Hagebuttentee holen. Ich also losgerannt und musste fragen, wo ich den Tee finde. Als ich ihn gefunden hatte, habe ich mir die Arme mit den Paketen vollgepackt und mit dem Kinn festgeklemmt, damit mir nichts wegfällt. Wie eine Irre zurückgerannt, weil ich schon so lange weg war und Angst hatte, mal wieder angeschrien zu werden („Das muss schneller gehen!!!“ Den Spruch höre ich täglich fünf Mal.).

Vor der Isoliertür hatte ich das Problem, dass ich keinen Arm frei hatte, sie aufzuschieben und sie viel zu schwer ist, sie mit der Schulter aufzudrücken. Aber da eine Kollegin direkt daneben am Waschbecken stand, habe ich sie höflich gefragt, ob sie mir die Tür bitte aufmachen könne, da ich die Arme voll hätte und dringend wieder rein müsste.

Sie sieht mich an und dreht sich weg.

Ich frage sie etwas lauter, da ich dachte, sie habe mich einfach nicht gehört.

Da dreht sie sich um und brüllt mich an: „MACH DIE TÜR GEFÄLLIGST SELBST AUF, DASS MÜSSEN WIR JA AUCH SELBST TUN!!!“ (Macht die Tür aber für mich auf.)

Tja, Niveau ist eben keine Créme.


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Statistik

Sommer 2010: 3. Arbeitstag im KH

Bis jetzt von Mitarbeitern:
7 x angeschrien worden
8 x abwertend „Mädchen“ genannt worden
1 x wegen „nicht nachfragen und so tun, als ob ich schon seit Wochen
dort arbeiten würde“ richtig zusammengestaucht worden
1 x vor Chefin wegen „nicht nachfragen“ runtergeputzt worden
1 x das Mittagessen geklaut worden
1 x wegen ungenügend weißem T-Shirt gerügt worden
4 x für Praktikantin gehalten worden

Sonstiges:
1 kaputter Becher
5 kaputte Dessertschalen
3 blaue Flecke
1 gequetschter Finger
sich permanent völlig überfordert fühlen
permanent laut schreiend weglaufen wollen
5 x Selbstmordgedanken
8 x Mordgedanken
kein Selbstwertgefühl mehr haben


Tiefpunkt

Sommer 2010: Der erste Job bei der Zeitarbeitsfirma hat mich ausgerechnet wieder in die Krankenhausküche geführt. Dieses Mal nicht zum Tellerwaschen, sondern zum Tellerauffüllen. Und das acht Stunden am Tag für mindestens viiiiiiiieeeeeer laaaaange Wochen. Stundenlang muss ich Paprika, Tomaten und Gurken auf die Teller werfen.

Nicht, dass das schon schlimm genug wäre. Nein. Nach acht Stunden in den Latexhandschuhen löst sich die Haut von meinen Händen.

Heute war der erste Tag und ich will schon sterben.


Doppel Aaarrrgggghhh!

Sommer 2010: Das erste Aaarrrgggghhh! ist für den Reinfall in Hannover. Das zweite dafür, dass ich dadurch auch noch einen guten Job bei der Zeitarbeitsfirma verpasst habe. Der wäre quasi vor der Haustür gewesen und supersimpel. *indieTischkantebeiß*

Egal. Immerhin haben die mich wieder zurück genommen und kann nächste Woche Vollzeit arbeiten. Jetzt muss ich nur noch der Krankenkasse bescheid sagen. Was für ein Gerenne Telefoniere. *seufz*


Heul doch!

Sommer 2010: Ich könnte heulen. Das Leben ist echt scheiße. Schon wieder gehofft und alles daneben. Die ganze Mühe, die ganze Arbeit umsonst. Stundenlang davor gesesssen und mir Gedanken gemacht, rumprobiert und gefrickelt. Für nix und wieder nix.

Die Konsequenz daraus: Ich muss den Blog schon wieder umbenennen. Bin nämlich ab Montag wieder ein Pixelschubser! *ichtraumichgarnichtzuschreienvorFreude* Da muss noch ein Haken kommen! So groß wie ein Schiffsanker! Ganz bestimmt. Das kann gar nicht sein. Bestimmt habe ich nur geträumt, dass am Sonntagnachmittag das Telefon geklingelt hat und mein neuer Chef dran war, um mit mir ein Bewerbungsgespräch per Telefon zu führen. Heute Morgen in aller Frühe dann nach Hannover gedüst, um zu erfahren, dass dieser Termin nur noch Formsache war. Er wollte mich nur mal persönlich sehen, ich hätte ihn gestern schon überzeugt. Ähhh, wie jetzt?

Morgen und Übermorgen werde ich eingewiesen, da die vor Arbeit bald absaufen, dann geht’s Montag richtig los. 2.000 Euro brutto + Fahrtgeld, nach 6 Monaten Gehaltserhöhung, 25 Tage Urlaub + 1 Tag/Jahr, 40 St./Woche.
Noch habe ich den Vertrag nicht, da ich erst Mal bei der Zeitarbeitsfirma raus muss. Ich musste leider fristlos kündigen, da die mich nicht sofort rauslassen wollten (1 Woche Frist). Jetzt muss ich eine Konventionalstrafe zahlen. Drei Tage Lohn werden mir abgezogen. Egal, es sind nur neun Stunden Arbeit insgesamt.

Ich kann’s nicht glauben! Da kommt bestimmt noch ein Haken so groß wie Hannover. Das ist zu schön, um wahr zu sein.