Schandbaum

 

Irgendwann mal schrieb selbst ich über das ländliche Ritual des Maibaumes in unseren Landen. Dass ich nie einen bekommen habe und jahrelang recht betrübt darüber war. Seit ich aber das hier las, bin ich hingegen sehr, sehr froh darüber keinen vor dem Fenster gefunden zu haben.

Manche Menschen … echt ey.

 


Neues Spiel? Neues …

… Glück?

Oder doch Pech? Wer weiß. Aber auf jeden Fall habe ich einen neuen Job.

Zum 1. Juni soll’s losgehen. Teilzeit als Mediengestalterin – und NUR als Mediengestalterin.
Kein Drucken mehr, keine kaufmännischen Aufgaben, kein Konfektionieren und keine Abteilungsleiteraufgaben. Und das alles bei nur 70% des eigentlichen Gehaltes in einer 45 Stundenwoche.
Stattdessen nur noch 30 Stunden die Woche an 5 Tagen, von 8 bis 14 Uhr. So wie ich es mir vorgestellt habe. In einer kleinen Werbeagentur 20 Autominuten entfernt. Leute nett, Gebäude nett, Kunden nett, Aufgabengebiet nett, Urlaub ok, Geld naja.

Zuerst waren die wegen meiner Hintergrundgeschichte, die ich denen nach dem Vorstellungsgesprächs bei der Einladung zum Probearbeiten wahrheitsgemäß offen legte, sehr geschockt und arg im Zweifel, ob ich gesundheitlich belastbar wäre, dennoch haben mein Können und meine Berufserfahrung überzeugt, die ich unbedingt mit neuen Ideen einbringen soll.

Bleibt nur noch die Kündigung bei meiner alten Hölle Firma. Ich habe denen per Mail schon mal vorab Bescheid gegeben, dass ich zum 31. Mai weg sein werde. Waren sie total mit einverstanden. (Ach, echt?)
Männe hat den Schrieb dann abends auf dem Weg zur Arbeit bei denen in den Briefkasten geworfen. Mit ausführlichem Handyvideo, nur falls die mir erzählen wollen, die hätten den angeblich nicht gekriegt. So plietsch bin ich ja nun auch.
Jetzt warte ich auf die Bestätigung. Hab noch ein paar kleine Forderungen gestellt, von denen mir die allermeisten auch zustehen, laut Nachfrage bei der Gewerkschaft. Wahrscheinlich hauen die mir trotzdem noch ein paar böse Steine in den Weg, aber das werde ich auch überleben.

Und dann heißt es:

Fuck off!


Muttermord

Musste meiner Mutter heute per Telefon durch die Installation von TeamViewer auf ihrem neuen PC helfen. Nur um dann nach 90 (!) Minuten Irsinn und und zig geschrieenen Anweisungswiederholungen festzustellen, dass der Rechner doch ganz normal funktioniert und nicht „obwohl neu schon total kaputt“ ist.

Entweder ich gehe beim nächsten Fernwartungs-Mal direkt wieder 4 Wochen in REHA oder lebenslang in den Knast.

Muss ich nochmal drüber schlafen ….


BIOHAZARD

Hergehört Leute!

Zu euer aller Sicherheit: Ihr müsst mich in Zukunft meiden! Unbedingt! Geht mir aus dem Weg! Versteckt euch vor mir! Wechselt die Straßenseite, wenn ich mich seht!

Ich bin total ansteckend!

Weil ich Übergewicht habe. Und das wollt ihr doch nicht auch noch kriegen, oder?

Stadtkatze und FF: Tut mir Leid, aber ab heute hört unsere Freundschaft auf …


Österaa

 

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Fröhe Östern allerseits!


Dream a little dream of me …

Vor knapp sechs Jahren war meine Schwiegermutter empört (EM-PÖRT!!!) darüber, dass Männe mir eine Senseo Cafe-Latte-Maschine zum Geburtstag schenken wollte, und deswegen alle aus der Familie informierte, ihren Anteil an diesem Geschenk bitte ihm zu geben. Sie war sogar so aufgebracht darüber, dass sie mich danach anrief, um mich schon mal vorzuwarnen, was Männe da unglaublich rücksichtsloses an meinem Geburtstag zu tun vorhätte.
Sie konnte es gar nicht glauben, als ich ihr erklärte, dass ich mir diese Kaffeemaschine selbst als Geschenk ausgesucht habe, und Männe explizit darum gebeten hatte, allen deswegen Bescheid zu sagen, da das Ding damals noch fast stolze 300 Euro kostete.

„WAAAS?!!! Du willst ein Kü-chen-ge-rät als Geschenk haben? Sowas lässt sich eine Frau doch nicht schenken! Das kauft man sich selbst! Das als Geschenk ist doch eine Beleidigung! Ich war jedenfalls sehr beleidigt, als mein Mann mir vor zwanzig Jahren zu Weihnachten eine Küchenmaschine geschenkt hat! Der durfte danach zwei Wochen auf dem Sofa schlafen!“

Nun. Da bin ich anscheinend anders gepolt. Ich verstehe das Problem nicht.
Eine Maschine, die derart viel Geld kostet, dass ich sie mir nicht dann leisten kann, wenn ich sie haben möchte, lasse ich mir von Familie und Freunden zusammen schenken. Da kenne ich nichts. Auf diese Art zogen auch die beiden Schneideplotter in den letzten Jahren bei uns ein.
Und genau auf diesem Wege wird auch das nächste kleine Schätzchen seinen Weg zu mir in die heiligen Hallen der Küchenmaschinen finden.

Gestern Abend nach dem Essen chillten Männe und ich auf dem Sofa und sahen uns die Sendung Nigellas Leckerbissen an (eine super Köchin aus GB, die selbst Jamie Oliver in den Schatten stellt), in der sie einen althergebrachten Brotpudding backte. Dabei sah ich im Vorbeigehen, dass sie natürlich auch eine Kitchen Aid Artisan bei sich in der Küche stehen hatte, und mir entfleuchte unwillkürlich der verzückte Kommentar: „Ooohhh! Die hat ja auch eine Artisan da stehen! Wie geil!“ Männe gleich: „Was für’n Teil?“

Und so entspann sich eine Unterhaltung über Küchenmaschinen im Allgemeinen und Kitchen Aids im Besonderen, an deren Mitte und Ende Männe mehrfach in den Raum warf, dass er mir so eine Maschine sofort kaufen würde, sollte ich sie wirklich haben wollen. Natürlich wies ich dieses Angebot beide Male weit von mir, da ich doch die exorbitanten Preise solch eines Schätzchens kenne und gab außerdem ehrlich zu, dass ich dieses Ding (fast) nur wegen seiner Optik und für mein kleines Hausfrauen-Herz, nicht wegen der tatsächlichen Notwendigkeit einer solchen High-End-Technik haben will. (Männes Kommentar: „Wozu dann ein Auto? Ein Fahrrad tut’s auch.“) Außerdem habe ich bereits eine sehr billige Kopie dieses Geräts in meiner Küche stehen – welche ich mir im Übrigen vor 6 Jahren selbst für 85 Euro gekauft habe.
Nur leider hat sie ein riesengroßes Manko: Sie ist so laut wie ein startender Düsenjet. Und deswegen setzte ich auch immer meine Micky-Mäuse auf, wenn ich sie vier Mal im Jahr benutze …

Nichtsdestotrotz wollte Männe unbedingt den genauen Preis meines Lieblings wissen und so griff ich mir das iPett. Dabei stieß ich auf die Mini-Version der Artisan mit einer Schüssel von nur 3,3 l statt 4,8 l. Ich war unglaublich entzückt! Diese Größe ist für unseren 2 Personen Haushalt meiner Meinung nach nämlich völlig ausreichend.
Bei der weiteren Recherche fand ich auf der elektronischen Bucht auch noch einen Händler, der generalüberholte Rückläufer und B-Ware verkauft – für nur 400 statt 600 Euro!
Waaaahhhh!
Ich konnte mich gar nicht mehr einkriegen …

Also: Jetzt wisst ihr, was ich mir zum nächsten Geburtstag wünsche.

Oder vielleicht doch nicht. Denn ich glaube nicht, dass ich noch bis Ende November warten kann …


Befreit den Kraken!

 

Wochenende. Es ist nachts um halb zwei. AnGarasu sabbert selig in ihr Kopfkissen.

Plötzlich kommt etwas mit vielen Gliedmaßen auf dem Boden lautlos ins Schlafzimmer geschlüpft. Es bahnt sich seinen glitschigen Weg über den Langflorteppich entlang, um unter dem Bett Deckung zu finden. Auf dem Bauch robbt es bis auf die andere Seites des Bettes und streckt vorsichtig den Kopf hervor, um die Luft zu scannen. Nur das leise Atmen des Menschen in diesem Raum ist zu hören. Auf dem Rücken zieht es sich bald in Zeitlupe am Bettrahmen in Lauerstellung, wartet auf den richtigen Moment und dann: Springt es wie aus dem Nichts auf das Kissen AnGarasus, landet auf ihrem Kopf, umklammert es mit seinen unzähligen Gliedmaßen, schiebt ihr eines davon sofort tief in den Hals, um ihre panischen Schreie zu ersticken, und würgt sie langsam zu Tode, während es ihr das Hirn erst in Brei verwandelt und dann genussvoll aussaugt.

Hektisch reißt AnGarasu ihren Kopf aus der Umklammerung des Todes und tastet keuchend nach dem Schalter der Nachttischlampe. Mit einem Satz das Bett verlassend dreht sie sich noch ein Mal um, um einen panischen Blick auf das Monster zu werfen, das soeben versucht hatte, ihr das Hirn bei lebendigen Leib auszusaugen … und blickt in die blinzelnden Augen des empörten Katers.

Der hatte es sich gerade erst auf den letzten freien 10 Quadratzentimetern des Kopfkissens gemütlich gemacht und seine langen Beine einfach über und unter ihren Hals geschoben – Woanders war ja kein Platz mehr, ey! – damit sich sein Bauch wie eine schnurrende Pelzmütze an den den warmen Kopf AnGarasus anschmiegen konnte. Beim Ausstrecken seiner Hinterpfote ist diese – Ganz aus Versehen natürlich! – in ihrem halboffenen Mund gelandet, während sich sein Schwanz elegant um ihren Hals kringeln konnte.

„Alter! Wer hat dir erlaubt, den Kraken zu befreien, häh?! Da bekommt das Wort Octopussy doch glatt ne ganz andere Bedeutung …“

Der Kater blinzelt nochmals unbeeindruckt, fängt an zu schnurren und rollt sich auf dem nun für ihn freigewordenem Kissen gemütlich zusammen.