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Mind the gap.

Die geneigte Leserschaft weiß ja bereits, dass wir kurz vor Weihnachten einen Todesfall in der Familie zu verzeichnen hatten und dem Kater-König leider über den Jordan helfen mussten.
RIP & unforgotten.

Nun bin ich ein Mensch, der die Trauer besser verarbeitet, wenn er eine gewisse Ablenkung erhält, um nicht zu tief in das Schwarze Loch zu fallen, das sich in solchen Augenblicken des Verlustes unter mir auftut. Deswegen war bereits vorher klar, dass wir uns eine neue Katze zulegen werden, sobald der Kater das Zeitliche segnet.

Am nächsten Tag habe ich also die Kleinanzeigen durchforstet und stieß auf eine 2jährige schwarze Wuschelkatze, die ein neues Zuhause suchte. Der Anzeigentext war sehr ausführlich und sympathisch geschrieben und enthielt alles, um mich zu überzeugen, dass die Besitzerin der Katze sehr um das Wohlergehen derselben besorgt ist. Also schrieb ich abends nach 20 Uhr eine Mail, in der ich Männe, mich und die letzte Katze kurz vorstellte und unser Zuhause samt Umgebung umriss.
Nach wenigen Minuten wurde ich direkt von ihr zurück gerufen und es entspann sich mit der jungen Dame Anfang 20 ein sehr nettes Gespräch, dass mich auf Erfolg hoffen ließ.

Zwei Tage später fuhr ich wie verabredet die 20 Kilometer zu ihr und der Katzendame, um mir diese anzusehen und zu prüfen, ob es zwischen uns funkt. Das Mädchen lebt auf einem großen, zu vielen Wohneinheiten ausgebauten Bauernhof mit ihren Pferden und ist ein typischen Reiter-Girlie, bei dem sich alles nur um die Tiere dreht. Sie hat noch einen Problemfall-Schäferhund-Mix und einen Kater, welche beide die schwarze Katze nicht besonders leiden können. Deswegen muss sie sie nun leider nach nur sechs Monaten wieder abgeben, weil sie so keinem der drei Tiere gerecht werden kann.

Der Funke springt wie erwartet über und ich sage nach 10 Minuten fest zu, die Katze gegen eine Schutzgebühr von 120 Euro (die ich auch in unserem Tierheim hätte bezahlen müssen) noch vor Weihnachten übernehmen zu wollen. Sie könne gerne – wie in der Anzeige verlangt – bei uns vorher noch vorbei kommen und unsere Wohnung anschauen, damit sie sicher ist, dass die Katze es bei uns wirklich gut hat. Das Mädchen stimmt zu und will dann die Katze Heiligabend-Vormittag vorbeibringen, um sich dabei auch gleich ihr neues Zuhause anzusehen.
Plötzlich wird sie bleich und fängt vor Schuldgefühlen fast an zu weinen. So schnell hatte sie nun nicht mit dem Abschied gerechnet. Ich verstehe sie natürlich vollkommen – bin ja entgegen der landläufigen Meinung kein Unmensch – und schlage vor, dass sie sich ein paar Tage Zeit nehmen soll, um alles zu überdenken. Es wäre auch nicht schlimm, wenn sie die Katze jetzt doch behalten will. Das sei kein Problem für mich, versichere ich ihr mehrmals, da ich ihre Zweifel vollkommen nachvollziehen kann. Menschen wie wir geben ein Tier nicht leichtfertig ab, wenn wir erst einmal Verantwortung dafür übernommen haben. Sie stimmt meinem Vorschlag erleichtert zu und will spätestens am 23. Dezember abends anrufen und Bescheid sagen, wie sie sich entschieden hat.

Wer ruft am 23. nicht an oder schreibt wenigstens ’ne Mail? Richtig.
Männe und ich sind natürlich enttäuscht und werten das Schweigen aus jahrelanger Erfahrung als ein „Nein“. Die Katze ist für uns abgehakt.
Am nächsten Vormittag trudelt plötzlich eine Mail von dem Mädchen ein: Sie sei krank und könne die Katze heute nicht vorbeibringen. Ob wir ab dem 26. Dezember Zeit hätten. Sie würde sich doch gerne vorher noch unsere Wohnung anschauen wollen, bevor sie sich entgültig entscheidet.

Watt? denken wir, das war aber anders abgesprochen. Nun gut, die Katze kann nix dafür, also 2. Versuch. Ich antworte sofort, dass wir das gerne so machen können und sie auch direkt am 26. (was der 2. Weihnachtstag war!) vorbei kommen kann. Sie solle mich bitte anrufen, um den genauen Termin abzuklären

Wer antwortet wieder nicht? Richtig.
Zweieinhalb Tage komplette Funkstille. Wir fühlen uns ein zweites Mal verarscht und sind jetzt echt angefressen. Männe hat schon gar keinen Bock mehr auf den Kram und für ihn ist die Sache direkt erledigt. Am Tag nach Weihnachten (27. Dezember) rufe ich allerdings aus reiner Verbohrtheit morgens das Mädchen an. Das nachfolgende Gespräch hatte ich so nicht erwartet, obwohl ich extra freundlich gesprochen habe.

„Moin, hier ist AnGarasu. Ich rufe wegen der Katze an.“

„Guten Morgen. Was gibt’s?“

„Ich wollte mal wissen, was jetzt Sache ist. Du hast ja weder wie abgesprochen am 23. angerufen, noch dich auf meine beiden Antwortmails von Heiligabend gemeldet. Deswegen gehe jetzt davon aus, dass du dich gegen uns entschieden hast? Ich möchte nur sicher gehen.“

„WAS? Nein, ihr sollt die Katze kriegen. Das ist doch klar!“

„Ach? Das hast du uns aber nicht mitgeteilt. Deswegen wäre es nett gewesen, du hättest uns Bescheid gesagt oder wenigstens auf meine Mails reagiert. Dein Schweigen haben wir jetzt als ein Nein interpretiert und gehen davon aus, dass wir die Katze nicht bekommen.“

„WAS?! Ich glaub es nicht! Was soll das? Ich kann nicht glauben, dass ich mich jetzt rechtfertigen soll, nur wenn ich auf Mails nicht sofort reagiere. Es war Weihnachten! Da habe ich ja wohl besseres zu tun, als vor dem PC zu sitzen und deine Mails zu beantworten!“

„Äh, wie bitte? Ich dachte, du bist krank und Zuhause.“

„Das ist doch wohl meine Sache, ob ich dir gleich antworte oder nicht. Es war immerhin Weihnachten. Da werde ich meine Zeit sinnvoller nutzen! Und überhaupt, in welchem Ton ich mich hier von dir ansprechen lassen muss!“

„Wie bitte? Ton? Das ist kein Ton. Das ist meine normale Stimme. Du hast hingegen gerade einen ganz schönen Ton mir gegenüber drauf, Mädchen! Du willst ein neues Zuhause für deine Katze und hast nicht wie besprochen am Freitag angerufen! Du hast Heiligabend – was im Übrigen auch Weihnachten ist! – sehr wohl vor deinem PC gesessen und eine Mail an uns geschrieben, in der du dich auch nicht an die Absprache hälst. Du hast den 26. Dezember selbst vorgeschlagen, was der 2. Weihnachtstag ist, und dann meldest du dich wieder nicht. Was soll ich deiner Meinung nach also denken, wenn du Heiligabend ne Mail schreibst und den 2. Weihnachtstag für ein Treffen vorschlägst? Dass du Weihnachten Zeit hast, ganz einfach! Ich habe mit meiner Zeit an diesen Tagen auch besseres anzufangen, als nach der Pfeife eines unentschlossenen Mädchens zu tanzen, die meint, dass nur sie den Ton bestimmt! Es geht hier um Absprachen, die du nicht einhälst, und aus jahrelanger Erfahrung mit den Kleinanzeigen, die du aufgrund des Altersunterschiedes zu mir noch nicht hast, heißt Schweigen immer Nein.“

„Ich kann nicht glauben, dass ich mich so von dir anmachen lassen muss!“

„Ja, da hast du vollkommen Recht. Das musst du auch nicht. Und ich mich auch nicht von dir. Und wir müssen auch die Katze nicht nehmen. Ganz einfach. Thema erledigt. Viel Spaß beim Suchen nach neuen Besitzern, die nach deiner Pfeife tanzen. Wir tun es nicht.“

„WAS? NEIN!!! Oh, Gott! Ihr sollt die Katze ja bekommen! Das war doch schon letzte Woche klar! Oh, Gott! Ich glaub’s nicht! Klar, kriegt ihr die Katze. Wir beide müssen ja nicht die besten Freunde sein, Hauptsache die Katze hat es bei euch gut!“

„Ach tatsächlich?“

„Ja!“

„Gut, das sehe ich dann genauso.“

„Wann habt ihr Zeit? Ich würde mir eure Wohnung vorher noch anschauen und dann könnt ihr die Katze holen. Ginge es sogar heute?“

„Ja, das geht. Wann möchtest du vorbeikommen?“

„In drei Stunden? Ist das ok?“

„Ja, das klingt gut. Bis dann.“

„Bis dann.“

 

Die Generationenlücke der normalen Höflichkeit im Umgang miteinander. So schön.

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Braune Sauce

Es ist 1 Uhr 15.
Die Schlafzimmertür steht offen. AnGarasu liegt im Bett und ist gerade dabei einzuschlafen. Während sie friedlich in den pränarkotischen Dämmerzustand hinübergleitet, nimmt sie noch am Rande wahr, wie das Streu des im Flur befindlichen Katzenklos, das sie erst am Abend komplett runderneuert hat, ganz leise zu knirschen beginnt. Gefühlte 5 Sekunden später scheint Männe ein großer Karton mit Altpapier runter gefallen zu sein.
AnGarasu schreckt zusammen und wundert sich, wieso er ihn um diese Nachtschlafende Zeit mit den Füßen mehrfach durch den Flur treten will und ist nicht wirklich ob dieser Störung amused.

Gerade als sie wütend aus dem Bett steigt, um ihren Lebenspartner direkt mit diesem Umstand zu konfrontieren, hört sie ihn ebenfalls wütend aus dem Wohnzimmer rufen: „Nein! Hör auf Schlitten zu fahren! Los! Raus, du Schwein!“

„Häh?“, denkt sie verwirrt. „Seit wann fahren Schweine Schlitten?“ und „Warum liegt denn schon Schnee?“
Beide Fragen sollen sich direkt als obsolet herausstellen, als sie im Dunkeln drei Schritte in den Flur macht. Denn plötzlich steht sie drin. Mit-ten-drin. Im braunen Schnee.

„MÄNNE!!!“ brüllt sie nachts um 1 Uhr 17, nachdem sie hektisch das Licht eingeschaltet hat. „Dem Kater ist die Rosette explodiert!“

„ICH WEISS!“ brüllt er um die selbe Zeit aus dem Wohnzimmer zurück! „Ich habe ihn gerade rausgworfen, nachdem er hier schön mit dem verkackten Arsch olympiareif über den Boden gerutscht ist!“

Zu zweit starren die beiden sekundenlang angwidert auf die schöne Bescherung, beziehungsweise auf die braune Sauce im Flur, die nicht nur großzügig im, sondern vor allem gut einen Quadratmeter rund um das Katzenklo auf dem Boden, an den Wänden und dem Flurschrank klebt. Gesprenkelt mit kleinen, weißen Katzenstreustücken sieht das Ganze tatsächlich wie Schneekleckse aus. Kleine, braune, extrem stinkende und echt eklige Schneekleckse.

Hürgh!

Dem Kater muss wirklich die Rosette explodiert sein – und zwar mit dem Durchfall des Jahrhunderts.
Die Sauce ist wohl so schnell aus dem Arsch gespritzt , dass er keine Zeit mehr hatte, sich vernünftig ins Klo zu setzen, und sie stattdessen an seinen Beinen entlang geflossen ist. Den Geräuschen nach, die ich für das Treten Männes gegen einen Pappkarton gehalten habe, war der Sprung des Katers voller Ekel direkt aus dem Klo. Und dabei hat er beide Hinterpfoten mehrfach Can-Can-mäßig von sich geworfen, zusammen mit Scheiße und Streu, um sich davon zu befreien. (Wer hat auch schon gerne seine eigene Scheiße an den Füßen kleben? Ich jedenfalls nicht. Allerdings würde ich in so einem unwahrscheinlich Fall aber auch keine bühnenreife Breakdance-Nummer abziehen, nur um sie wieder los zu werden.) Den Rest der Sauce, der ihm leider noch am Arsch klebte, versuchte er dann wohl durch hektisches Schlittenfahren erst im Flur und dann noch ein zweites Mal im Wohnzimmer abzustreifen.
Alles in allem ein gelungener Abgang des Katers.

Laut würgend wendet Männe sich ab. „Boah, Alter! Ich kotz gleich!“

„Aber nicht hier! Die Scheiße alleine reicht mir schon!“

 


Cats at the table …

… and the chaos-room …

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Fett, faul, filosofisch

Liebe/r LeserInnen.

An dieser Stelle oute ich mich:

Ich bin mit Leib und Seele Garfield-Fan.

Und das kam folgendermaßen …

Da ich nur zwei sehr viel ältere Brüder habe, die bereits 12 und 14 waren, als ich geboren wurde, bin ich quasi als Einzelkind aufgewachsen. Zumindest nachdem die beiden mit Anfang 20 ausgezogen waren. Mein Vater starb, als ich knapp 10 war. Davor war er wegen seiner Asbest-Lunge jahrelang krank und konnte nicht mehr arbeiten, bzw. lag monatelang sterbend im Krankenhaus. Also blieben nur meine Mutter und ich Zuhause übrig. Meine Mutter tat ihr Bestes, um uns beide als Alleinversorgerin vernünftig über die Runden zu bringen. Das tat sie allerdings sehr schnell so gut, dass sie beruflich ziemlich erfolgreich wurde und daraufhin jeden Tag laaaange unterwegs war.
Zuerst hatte ich noch bis ich 6 war und in den Kindergarten ging, eine nette Tagesmutter bei deren Familie ich mich wohlfühlte. Aber die Frau gab danach den Job als Tagesmutter auf und ich brauchte schnell eine  neue Betreuung, da meine Mutter oftmals erst um 20 Uhr nach Hause kam und ich mich noch nicht alleine versorgen konnte. Doch leider waren Tagesmüttern bei uns in der nahen Umgebung sehr rar gesäht und so kam es, dass ich zu einer Familie gehen musste, die zwei ältere Söhne und eine Tochter hatten, die drei Jahre älter als ich war.
Um es kurz zu machen: Drei Jahre lang ging ich durch die Hölle. Die Eltern waren netter zu mir als zu ihrer eigenen Tochter und das ließ sie mich jeden Tag aufs Neue spüren. Ich weiß nicht mehr, wie viele meiner Kuscheltiere und Spielsachen den grausamen Messer- und Scherentod gestorben sind, oder wie oft ich von dem Mädchen (das später als Teenager zwei Mal wegen Magersucht und Selbstmordversuchen in der geschlossen Abteilung gelandet ist) geschlagen oder im Keller eingesperrt wurde. Vom täglichen Psychoterror ganz zu schweigen.
Mit knapp 9 Jahren weigerte ich mich schließlich wochenlang mit Händen und Füßen, da wieder hinzugehen und meiner Mutter blieb nichts anderes übrig, als mich alleine Zuhause zu lassen. Zu dem Zeitpunkt lag mein Vater schon dauerhaft im Krankenhaus. Sie brachte mir im Schnellverfahren bei, wie ich den Herd und den Ofen bediene, um mir wenigstens Fertiggerichte kochen zu können. Ich verbrachte die nächsten Monate meine Freizeit nach der Schule mit Hausaufgaben und Haushaltsaufgaben, – kochen, Wäsche machen, putzen. Mit 10 war ich dann zur Haushälterin meiner Mutter geworden. Wenn sie nach Hause kam, war die Wäsche gemacht, die Wohnung staubgesaugt und das Essen fertig.
An meinem 10. Geburtstag kam sie mal wieder spät nach Hause und brachte mir unter anderem als Geschenk die Weihnachstsausgabe vom Garfield-Comicheft mit. Ich habe mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich viele der Gags gar nicht verstanden habe. 3 Jahre später, zu meinem 12 Geburtstag, bekam ich das nächste Heft … und ab da war es um mich geschehen: Ich wurde Garfield-süchtig.

Jeden Monate sparte ich mir nun mein geringes Taschengeld auf, um mir die neuste Ausgabe kaufen zu können, damit mein trister Alltag wenigstens für ein paar Minuten erhellt werden konnte. Sobald ich Zuhause war, verzog ich mich in mein Zimmer, legte mich aufs Bett und las mich sorgsam von Comicstrip zu Comicstrip. Mann, was musste ich zwischendurch loslachen! Das war genau meine Art von Humor. Schon damals.
Leider wurde die deutsche Herausgabe der Hefte Ende 1994 eingestellt und ich verlor damit meinen einzigen Kindheits-Freund. Das hat mich damals echt fertig gemacht und ich fing in meiner Einsamkeit an, in regelmäßigen Abständen abends zum Einschlafen jedes meiner Garfield-Hefte nochmals zu lesen. War ich durch mit den drei gesammelten Jahren, fing ich wieder von vorne an. Und wieder und wieder und wieder. Selbst als ich mit Männe vor 17 Jahren zusammen zog, zogen die Hefte selbstverständlich mit bei uns ein und bekamen ein gut sichtbares halbes Fach meines Bücherregals im Wohnzimmer. Als ich sie nach einigen Jahren mal wieder aus dem Regal zog und spät nachts durch lautes Kichern beinahe aus dem Bett fiel, musste ich meinem empörten Männe natürlich erklären, warum ich diese alten, zerfledderten Hefte nicht schon längst entsorgt hatte. Danach bot er mir an, die am ärgsten mitgenommenen wieder zusammen zu kleben, damit sie mir nicht in den Händen auseinanderbröseln. Seitdem ruft er jedes Mal gespielt empört, wenn ich mal wieder am Wochenende oder im Urlaub vor ihm ins Bett gehe und laut lospruste: „Liest du schon wieder Garfield? Dann mach die Tür zu. Ich kann sonst den Fernseher  bei deinem Gegiggel nicht verstehen.“

Und auch heute, mit 36 Jahren, lese ich Garfield noch in regelmäßigen Abständen abends im Bett, um besser ein- und durchschlafen zu können. Letztes Jahr habe ich mir dann ernsthaft überlegt, die gesammelten Werke von 1978 bis heute als  „neu“ herausgekommene Buchausgaben zu kaufen oder wenigstens die nächsten Jahre als regelmäßige Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke zu wünschen. Dann könnte ich die alten Hefte endlich entsorgen. Aber was soll ich sagen, ich konnte es nicht über mich bringen. Sie sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich alleine bei dem Gedanken daran heulen muss. Deswegen werde ich wohl nach meinem Tod mit ihnen zusammen verbrannt und beerdigt werden.


tl;dr

Weswegen ich das alles erzähle?

Letzten Samstag hatte ich echte Probleme, wach zu werden. Den ganzen Vormittag bis mittags hätte ich im Sitzen wieder einschlafen können. Dann merkte ich, ich hatte ja noch gar keinen Kaffee getrunken. Nachdem ich mir einen schönen Milchkaffee mit viel Zucker reingekippt hatte, dauerte es keine 10 Minuten und mir ging es schlagartig besser. Meine Laune hob sich um 200% und die latenten Kopfschmerzen waren weg. Daraufhin fiel mir der eine Comicstrip von Garfield wieder ein, in dem er morgens als absoluter Morgenmuffel seinen Becher Kaffee trinkt, John von 10 an rückwärts zählt und bei 0 Garfield plötzlich mit guter Laune durchstartet. Im Deutschen: „Die Katerrakete hebt ab!“ („Lift off … we have lift off.“)
Und genauso ging es mir in diesem Moment auch. Das wollte ich dann eigentlich auch gleich verbloggen und begann im Internet nach diesem Strip zu suchen, weil ich nicht mehr wusste, in welchen Jahr er herausgebracht wurde und welches Heft ich durchforsten musste. Dabei stieß ich zufällig auf das Paradies, in das ich mich seitdem jeden Tage für mehrere Stunden begebe und in Lasagne den schönsten Erinnerungen schwelge.

Heute will ich das gerne mit meinen Lesern/Innen teilen. Bitte tretet ein, in das größte Paradies eines Gerfield-Fans.


Eierwärmer

 

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Passend zu Ostern: der flexible Eierwärmer – ein Musthave für jeden Mann! Flauschig, weich und passt sich perfekt jeder Rundung an. In unterschiedlichen Farben erhältlich.

 


Mettauge, Teil 2

Nach drei Tagen war das Auge der Weißen immer noch nicht besser. Stattdessen fing es nun auch noch an zu tränen und die Nickhaut zog sich zur Hälfte über den Augapfel. Zeit, die Katze einzupacken und zur TÄ zu düsen. Natürlich machte das die ganze Sache noch schlimmer. Eventuell ein Tumor im Auge, auf jedenfall etwas, was dort nicht hineingehört.
Ok, jetzt gab’s wirklich Grund zur Panik.

Als nächste Station mussten wir zu einem Spezialisten, einem Tier-Augenspezialisten, der leider erst zwei Tage später wieder in der Klinik war, die wiederum fast 70 km entfernt liegt. Aber was macht man nicht alles für sein Kind, äh … Haustier. Also Männe gebeten, mit mir hin zu fahren, den Tag dann früher Feierabend gemacht, da die Fahrt eine Stunde dauert und ein zweites Handtuch eingepackt, falls die Katze unterwegs undicht wird.
Bei starkem Schneegestöber und der Katze im Transporter auf dem Schoß haben wir diese Stunde alle drei ziemlich schweigend verbracht. Die Phantasie malte uns Menschen jedenfalls das Schlimmste in dunkelsten Farben auf die Netzhaut. Da die Weiße es immer hasst, im Transporter eingesperrt zu sein, war ihre Laune sowieso im Keller.
Als wir endlich ankamen, musste ich auch noch einen Fragebogen ausfüllen und in einem Wartezimmer Platz nehmen, in dem eine riesige Voliere drei ebenfalls riesige Leguane beherbergte. Echte, lebende Leguane. Ok, die waren in diesem Moment ziemlich lethargisch und dösten im Wachkoma unter ihrer Höhensonne, waren aber trotzdem noch beeindruckend. Die halbe Stunde bis wir dran kamen, wurde entsprechend sinnvoll von uns genutzt, indem wir mit allen möglichen Tricks versuchten, die Viecher zu einer Bewegung zu animieren. Wurde natürlich nix. Ignoranten!

Die Untersuchung ging dann erstaunlich fix und kostete für nicht mal drei Minuten mal eben schlappe 65 Euronen. (Was für ein Stundenlohn, den hätte ich auch gerne.)
Fazit: Katze hat sich das Genick geprellt und damit einen Nerv im Nacken eingeklemmt, der für die Bewegung des Augapfels und der Pupille zuständig ist. Nix Schlimmes, ist im Auge selbst auch nix zu erkennen, hat sich die TÄ wohl verguckt.
Der beste Satz des Abends, auf die Frage Männes, ob die Katze denn damit raus dürfte: „Klar. Deswegen muss sie nicht krankgeschrieben werden.“ Ich mag diesen Arzt …

Eine Vitamin-B-Spritze später sind wir auch schon wieder draußen und können mit dem Viech und 65 Euro weniger in der Tasche nach Hause fahren. In zwei bis sechs Wochen soll sie dann auch keine Zombie-Katze mehr sein, sobald sich der Nerv wieder voll erholt hat.

Manchmal wünschte ich, ich hätte normale Kinder.


Mettauge, Teil 1

Die Statdkatze weiß es ja bereits, da ich ihr schon letzte Woche davon schrieb: Unsere weiße Katze hat ein Mettauge.

Und das kam so: Die Weiße sitzt harmlos vor der Terrassentür und wartet drauf, dass ich die Tür mit dem Fliegengitter aufmache. Von hinten schleicht sich „King of the House“ (der Kater) an und will ebenfalls rein. Leider habe ich das nicht gesehen und die Tür daraufhin nicht schnell genug zur Seite geschoben. Als er los sprintet, um ja als erster rein zu kommen, erschreckt sich die Weiße so dermaßen, dass sie einfach los springt und Kopf voran mit vollem Karacho in die Fliegengaze rast.
4,5 kg Katze prallen auf, verursachen eine riesen Delle in der Gaze und prallen genauso heftig wieder ab, nur um etwas belämmert hockend dreinzuschauen.

Nachdem sie endlich reingetrottet kam und ich mir die Lachtränen Minuten später getrocknet hatte, unterzog ich sie natürlich einer genauen Untersuchung, bei der allerdings keine außeren Verletzungen sichtbar wurden. Erst zwei Tage später, als sie auf meinen Schoß zum Kuscheln kam, stellte ich mit wachsender Panik fest, dass sich die Pupille des rechten Auges nicht mehr weitete, bzw. fast gar keine Bewegung mehr machte. Natürlich gleich bei meiner TÄ angerufen (klar, es musste ja auch prompt Wochenende sein) und Problem geschildert, während mein Hirn die schlimmsten Dinge herunter ratterte.

Aber: erst mal keine Panik. Wird wohl eine Gehirnerschütterung mit -schwellung sein, die auf den Nerv drückt. Wahrscheinlich. Könnte aber auch eine Hinrblutung sein, die unweigerlich zum Tode führt, da man dann nix mehr machen könnte.
Äh, wie bitte?! Aber wir wollen erst Mal nicht das Schlimmste annehmen. Stattdessen soll ich soll  eine Spritze mit Cortison abholen und der Katze injizieren. Klar, kein Problem, ich fahre gleich los. Dachte ich. Stattdessen stelle ich bei meinem Auto fest: Schloss eingefroren. Schon wieder. Tür kriegste zwar auf, aber nicht wieder zu. Yippieh! Männe angerufen – der war Modellautofahren und leider von irgendwelchen Vollhonks geschickt eingeparkt; er kam also auch nicht weg bzw. hier her.

Was macht man in so einem Fall? Richtig. Man läuft kopflos durch die Gegend, schreit, heult und verflucht mit allen bekannten Kraftausdrücken diese verdammte Piss-Drecks-Karre, die das gefühlte hundertste Mal eingefroren ist und beschließt mit dem letzten Rest logischen Denken, zum Nachbarn zu gehen, der eh gerade im Garten die Tanne bei minus 5 Grad zersägt, und bittet ihn, zum TÄ zu fahren, weil: s.o.
Netterweise macht er das auch, steigt in seinige schwitzigen Schutzklamotten in seinen dicken Audi und fährt mich fünf Kilometer weiter zur TÄ, welche mir die Spritze überreicht und meint, wir sollten drei Tage abwarten, ob es sich bessert. Wenn nicht, Katze in die Praxis bringen.

Wieder Zuhause, gab ich der Weißen die Spritze, beruhigte Männes große Besorgnis wegen unserer Katze, als er zwei Stunden später nach abgebrochenem Fahrspaß nach Hause kam (hat ihm echt die gute Laune verhagelt, dass ich ihn mit so einer Nachricht angerufen habe), und harrte drei Tage lang der Dinge, die da kommen würden.

To be continued …