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I call back

AnGarasu sitzt gerade glückselig in ihrem nagelneuen Auto und fährt durch die Innenstadt ihrer Kreisstadt, als ihr Handy klingelt. Verbunden mit dem Entertainmentcenter des Wagens, nimmt sie den Anruf aus Jux an, weil sie gleich mal testen will, wie gut die integrierte Freisprecheinrichtung funktioniert.

Is doch glatt einer ihrer beiden neuen Chefs dran.

„Garasu!“

„Hallo Frau Garasu! Hier … Chef 2. Ich … mal … hören, ob  … geklappt hat.“

… oder so ähnlich.

Verdammt, leider funktioniert die Anlage nicht so gut, wie sie gehofft hatte, denn man kann kaum was aus den Lautsprechern hören. Ist aber gerade mitten am Fahren und kann nicht das Handy ans Ohr halten.
Was macht man also? Man brüllt und täuscht vor.

„Oh, äh, hallo! Sorry, habe gerade ganz schlechten Empfang. Kann ich sie gleich zurückrufen?“

„Gerne.“

… oder so ähnlich.

Während sie den Anruf beendet, öffnen sich die Schleusen zu ihrem Adrenalinstausee. Ohgottohgottohgottohgott! Was wollen die? Wollen die den Job wieder absagen? Habe ich einen Fehler gemacht? Haben die mit meinem Ex-Chef gesprochen? Aaaarrrggh!

Mit beiden Händen das Lenkrad fest umklammert, visiert sie schnell den nächsten Pakplatz an, schießt rein in die Lücke und zückt ihr Handy. Was ihr natürlich erst mal aus der Hand und in den Fußraum rutscht. Fluchend angelt sie elefantengleich danach und wählt zitternd die Rufnummer ihrer neuen Firma.

„Chef 2.“

„Hallo, hier ist Frau Garasu. Was gibt’s denn?“

„Ach, ich wollte nur mal fragen, ob Sie schon was wegen der Kündigung bei Ihrer alten Firma gehört haben und ob es beim 1. Juni bleibt.“

Ächz. Aufatmen.

„Ja, nee. Kündigung ist eingereicht, die sind einverstanden und es bleibt beim 1. Juni.“

„Das ist ja super! Mehr wollte ich gar nicht wissen. Dann noch eine schöne Zeit und wir sehen uns am Ersten! Wir freuen uns, bis dann!“

 

Sie mal einer an. Es kann also auch schöne Telefonate mit einem Chef geben. Gut zu wissen.

 


Geschützt: The Voice

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Big Brother is overhearing you

Früher Dienstagmorgen im Oktober.

AnGarasu steht in der Küche und holt sich ihren Morgen-Kaffee, der zugegebenermaßen bereits 10 Minuten Verspätung hat. Aber was soll’s.
Plötzlich … das Festnetz-Telefon klingelt.
Ein hektischer Blick auf die Uhr offenbart die Zeit: 6.20.
Scheiße! Aus Erfarung weiß sie, so früh klingelt das Festnetz nur, wenn irgendwas Schlimmes passiert ist.
Eine durchgehende Kaffeeflecken-Spur hinter sich her ziehend, sprintet sie zum Telefon ins Wohnzimmer und keucht nach einem Blick auf das Display atemlos auf den Herzkapser wartend in den Hörer: „Ja? Männe? Was ist passiert?“

Männe bass erstaunt: „Was soll passiert sein? Wollte nur mal eben deine Stimme hören, weil ich jetzt erst Feierabend machen konnte.“

Aaaawwwww! AnGarasu immer noch leicht keuchend, jetzt allerdings vor beginnendem Unmut: „Und da rufst du auf dem Festnetz an? Hast du meine Handynummer verloren, oder was?“

Männe grinsend (Sie hat’s genau hören können, dieses fiese, hinterhältige Grinsen, dass die Oberschurken in den Filmen immer auflegen, wenn sie sich als das evil brain zu erkennen geben): „Nein, aber so kann ich sicher sein, dass du auch wirklich Zuhause bist und nicht im Bett von irgendeinem anderen Kerl.“

AnGarasu *bekommt spontan Schnappatmung, dann*: „Ich liebe dich auch, du Arsch.“

Männe frohlockend: „Das wollte ich hören. Bis heute Abend, Schnucki.“

Aufgelegt.

 

 

Ich hoffe, die NSA hatte ihre Freude dran.


Haaatschiiie!

Herbst 2009: Sie hat mich erwischt. Sie wurde mitgebracht aus der Brutstätte der Hölle:  des Daimler-Werks. Dort arbeitet mein Männe. Er kam vor 10 Tagen nießend aus der Nachtschicht nach Hause. Nein, keine Schweinegrippe! Nur ’ne saublöde Erkältung. Bei ihm war sie nach 5 Tagen fast weg, ich krebse jetzt seit über einer Woche schniefend und röchelnd durch die Wohnung.

Ausnahmsweise bewarb ich mich telefonisch am Mittwoch bei einer Zeitarbeitsfirma. Ja, die Stelle (ein Hiwi-Job für ganz Blöde, aber was soll’s?) sei noch frei. Ich soll zu einem kurzfristigen Bewerbungsgespräch vorbei kommen. Könnte ich noch diese Woche …? Ein heiseres und nasales Röcheln meinerseits: „Äh, wie sie hören können, bin ich gerade krank. Das würde ich ja alle anstecken.“ „Ach wirklich? Habe ich nicht gehört. Ich bin außerdem geimpft, da passiert nix.“ (Guter Gott, glauben die das wirklich? Bei der schnellen Mutationsrate des Grippe-Virus?) „Nein, keine Schweinegrippe. Ich bin nur erkältet. Meine Stimme klingt nicht immer so.“ „Achso, ich dachte, das sei normal bei Ihnen.“ *tilt*


Willkommen in der Keramikabteilung!

Ausbildung 2000: Das erste, was mir immer wieder einfällt, wenn ich an meine Ausbildungszeit in der kleinen Werbeagentur denke, ist mein damaliger Chef. Er war ein ziemlich lockerer Typ: lange graue Haare, schlacksig, duzte jeden, war vergesslich. Sogar so vergesslich, dass er immer wieder vergaß, ein Telefon am Ohr zu haben und und trotzdem auf die Toilette ging und dort das Telefonat  (mit wichtigen Kunden) weiter führte.
Der Toilettenraum war sehr klein und komplett gefliest. Vertrauenswürdige Quellen versicherten mir, das man am anderen Ende der Leitung jedes (!) Geräusch hören konnte, z. B. das Fehlen des Wasserrauschens beim … äh … Händewaschen.

Als kleiner Azubi darf man ja nichts sagen, da Cheffe Gott ist, aber gedacht habe ich mir eine Menge. Einige der Kunden wohl auch …